Bővebb ismertető
Manchmal treffen Nachrichten ein, aus London und anderen Feinschmeckerzentralen der Welt. Die weifíbekittelten Professionellen mit den hohen Mützen habén dann dort ein internationales Treffen abgehalten; und gar nicht so selten gelingt es Köchen unseres Landes, mit Medaillen und Urkunden heimzukehren. Die Menüs, die dabei bereitet und von einer kritischen Jury verkostet werden, sind wahrhafte Traumgebilde. Da entscheiden Nuancen alles, und die Speisen erreichen eine Verfeinerung, in der das im Laufe von Jahrhunderten am Küchenherd erworbene Wissen mitschwingt. Ist das Kochkunst? In jenem altén, überlieferten Sinne, der Kunst als jede durch Übung erworbene Fertigkeit ansieht, sicher. Denn ihre Kenntnisse erarbeiten sich die DDR-Meister dieses Fachs als Küchenchefs von groften Restaurants und Hotels. In ihnen lebt das alte Handwerk weiter, sie bewahren es und führen es mit ihren phantastischen und phantasievollen Gerichten zu neuen Gipfeln. Immer wieder, wenn ich von Krebsschwanzcocktail höre, von Lady-CurzonSuppe, von Kalbsmedaillons in MadeiraSofte mit Pommes Chips, von Sauerkraut rri*- Fasan und Austern, von Champagner-melone oder Zitronenschaumcreme mit flambierten Kirschen, dann láuft mir das Wasser im Munde zusammen, und nur ein sofortiger Besuch im Interhotel kann den Riesenappetit stillen. Mit solch exklusiver Kochkunst zu konkurrieren, habén die wenigsten Hobbyköche im Sinn. Háusliche Kochkunst muB sich vor allém im Alltag bewáhren. Ich will hier von meiner Freundin Katja erzáhlen. Sie steht morgens zeitig auf, weckt ihre beiden kleinen Töchter, den Mann, es wird nur Kaffee getrunken, die Kinder bekommen Milch. Sie frühstücken ja im Kindergarten, der Mann holt sich belegte Brote im Betrieb, sie auc-h. Erst am spáten Nachmittag ist die Familie wieder vereint. Und viele Familien leben so, ihre Mitglieder essen tagsüber dort, wo sie arbeiten, lernen oder spielen. Ist das eine Absage an die Kochkunst? Vor Jahren war man wohl dieser Meinung und prophezeite eine Abkehr vom háuslichen Herd. Natürlich, Schülergaststátten und Speiseráume, Fertiggerichte und Konserven erleichtern den Familien die Arbeit, aber die Freude am Selbermachen" wurde nur noch gröfíer. Für viele sind Küche und Herd zu lukullischen Experimentierfeldern geworden. Haus-