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Kunst der Model [antikvár]

Herbert Kürth

 
Einführung Nicht jedem ist der Begriff Model aus der Alltagssprache geláufig. Das Wort ist ein Lehnwort vom lateinischen modulus, das Mai?, hat aber einen tiefgreifenden Bedeutungswandel erfahren. Bereits im Althochdeutschen kommt es in der erweiterten Bedeutung Mafí, Vorbild, Form, Regei vor. Heute wird es zudem in verschiedenen Bereichen, in mehrfachem Sinne gebraucht. Man versteht darunter einmal Druckmodel, zum Beispiel für Blaudruck, Tapeten u. a., zum andern ist damit eine Hohlform gemeint, mit der man einer plastischen Masse eine...
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Einführung Nicht jedem ist der Begriff Model aus der Alltagssprache geláufig. Das Wort ist ein Lehnwort vom lateinischen modulus, das Mai?, hat aber einen tiefgreifenden Bedeutungswandel erfahren. Bereits im Althochdeutschen kommt es in der erweiterten Bedeutung Mafí, Vorbild, Form, Regei vor. Heute wird es zudem in verschiedenen Bereichen, in mehrfachem Sinne gebraucht. Man versteht darunter einmal Druckmodel, zum Beispiel für Blaudruck, Tapeten u. a., zum andern ist damit eine Hohlform gemeint, mit der man einer plastischen Masse eine bestimmte Gestalt geben kann. Mit einer solchen Negativform - sie heifit auch Matrize, zum Beispiel in der Töpferei - erhált man durch Herausstürzen der Masse, des Tones, Teiges u. á. ein erhabenes Relief, ein Positiv oder eine Patrize. So ist es möglich, Reliefs von Ornamenten oder Figuren in groEer Anzahl herzustellen. Will man vollplastische Figuren gewinnen, so sind dazu zweiteilige Model für Vorder- und Rückseite, sogenannte Klapp- oder Pafiformen, erforderlich. Unser Buch bescháftigt sich zu einem guten Teil mit Gestaltungen, die unter Bezeichnungen wie Gebáckmodel, Lebkuchen- und Marzipanmodel als Zeugnisse von Handwerks- und Volkskunst auf uns gekommen sind und die nicht nur der künsderischen Gestaltung und der Bildinhalte wegen, sondern auch im Hinblick auf die damit verbundenen Technologien unser Interesse erregen. Hohlformen, mit denen Kinder im Sandkasten ihre Buttern machen, entsprechen unseren Modeln. Sie dienen der Vervielfáltigung einer im Negativ vorgegebenen Form, und im Kinderspiel klingt ein nur noch seiten geübtes Verfahren nach, aus der Buttermasse durch entsprechende Model ornamentierte Stückchen oder Butterscháfchen zu formen. Wir denken weiter an tönerne Backformen, von denen das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg, das Ulmer Brotmuseum und auch das Stadtmuseum zu Pirna Beispiele aufweisen. Sie wurden zur Formung von Gelees, dick mit Zucker eingekochten Fruchtsáften oder für Quarkspeisen, wie den beliebten Mandelkáse, benutzt, und wie bei Stürzformen für Pudding oder Sülze beschránkte man sich dabei auf einfache Formen: Früchte, allerleiTiere, besonders Fische und Krebse. Ein Model prágt sowohl einen Massekörper als auch dessen Oberfláchenrelief. Die ornamentale oder figürliche Reliefgestaltung kann sehr in den Vordergrund treten, der Körper schrumpft dann zur blofíen Schichtfláche, die das Bildrelief trágt. So áhneln reich geschmückte Lebkuchenmodel Münzstempeln, wie das darin ausgeformte Backwerk mit einer gegossenen oder geprágten Medaille verglichen werden kann. Schon in den frühen Kulturen waren Reliefschmuck ausprágende Model im Gebrauch. Bereits in Mesopotamien lassen sie sich nachweisen - hier wurden bei der Freilegung der Residenzstadt Mari 47 schöne Gebáckmodel entdeckt-, ferner in Ágypten und in Griechenland. Zahlreich sind die Funde aus dem Römerreich, die allerdings erst den Jahrhunderten nach der Zeitwende angehören. Aus der Zeit zwischen 200 und 250 konnten zum Beispiel in Roms Hafenstadt Ostia etwa 400 Bruchstücke und vollstandige Model geborgen werden, sie zeigten Szenen aus Schauspielen, Wagenrennen, Gladiatorenkámpfen, einzelne Tiere und Kámpfe wilder Tiere gegeneinander. Mit ihnen wurden wohl Gebácke ausgeformt, im Gewicht von einem römischen Pfund, etwa 300 Gramm, und bei den Spielen verteik. So bot man dem Volk zur Unterhaltung panem et circenses und stellte es zufrieden, worauf Juvenal in einer Satire anspielt. Durch die Römer wurden Model auch bis nach Mitteleuropa verbreitet, wie es Funde zu Mainz, bei Straféburg, im österreichischen Carnuntum, im Láger Aquincum zu Budapest sowie neue Ausgrabungen in Oberösterreich bezeugen. In Mitteleuropa lassen sich Model bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen, besonders hat sich aus dem 15. Jahrhundert eine statdiche Zahl, etwa 150 Stück, in deutschen, schweizerischen, österreichischen und niederlándischen

Termékadatok

Cím: Kunst der Model [antikvár]
Szerző: Herbert Kürth
Kiadó: Edition Leipzig
Kötés: Fűzött kemény papírkötés
Méret: 200 mm x 230 mm
Herbert Kürth művei
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