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Ganz gleich, in welcher Form man sich an ihnen delektiert: Alkoholische Getränke spielen im täglichen Leben nachgerade eine hochprozentige Rolle. Sie krönen Erfolge, fördern die Geselligkeit, erweisen sich als vorzügliche Begleiter zu einem großen Menü, beflügeln die Phantasien, besiegeln Freundschaften und sorgen für Wohlbefinden. Die kultivierten Getränkekonsumenten - wenn dieses prosaische Wort gestattet ist - haben Vorbilder, die weit in die Geschichte zurückreichen. Das aus dem Lateinischen stammende Wort Prosit etwa war schon im 16. Jahrhundert bekannt und bedeutet soviel wie Wohl be-komm's!.Die Geschichte des Alkohols geht freilich erheblich weiter zurück. Lange vor der christlichen Zeitrechnung labte sich die Menschheit bereits an tropischen Branntweinen. So existiert eine Gedenksäule, auf der ein Babylonier zu erkennen ist, der Hochprozentiges genießt. Die Kunst des Destillierens wurde offenkundig schon recht früh ausgemacht. Die großen europäischen Entdecker - von Marco Polo bis Magellan - trafen während ihrer Exkursionen Einheimische, die alkoholische Getränke über alles liebten. Dabei bedienten sich die Brennmeister von dazumal merkwürdiger Grundstoffe. Einige schworen auf Ziegenmilch, die zunächst zu Kumi^ss vergoren wurde. Wem dieses Getränk nicht stark genug war, trank gebrannten Milchwein - Ka-rakum]jss genannt.Schon fünf Jahrhunderte vor Christi Geburt müssen die Ägypter über eine Anlage verfügt haben, die sich zur De-stillation von Wein eignete. Solche Apparate nämlich wurden auf Reliefs dargestellt. Selbst in Pyramiden sind Zeichnungen zu finden, die belegen, welch offenes Verhältnis die Ägypter zum Alkohol hatten. Die Rolle, die geistvolle Getränke bei den Griechen spielten, spiegelt sich am besten in den Erzählungen Homers. Was wäre wohl die Odyssee ohne berauschende Säfte ? Und was die Römer angeht, stellte der Philosoph Seneca teils anerkennend, teils verwundert fest: Unsere Frauen trinken mit männlicher Freiheit und durchwachen die Nächte mit gefüllten Bechern.Das Wort Alkohol schließlich bescherten uns die Araber. AI Khul nannten sie ihn damals, was sich sinngemäß mit Lidschminke übersetzen läßt. Später bezeichneten die Alchimisten mit dem Begriff Alkohol feines, trockenes Pulver, und am Ende stand das Wort für reinen Weingeist.Doch zurück zur Gegenwart. Genuß und Mißbrauch pflegen hin und wieder eine enge Nachbarschaft. Dies gilt natürlich in besonderer Weise für den Alkohol. Alles, was zu diesem Thema zu sagen ist, haben große Geister bereits mit aller wünschenswerten Klarheit ausgedrückt. Ovid meinte: Doch beim Trinken will ich Dir setzen ein Maß -Fuß und Verstand dürfen Dir nimmer versagen den Dienst. Echte Kenner besinnen sich beim Trinken auf den Genuß, stellen Qualität über Quantität. Ein weiteres Zitat mag verdeutlichen, was gemeint ist: Guter Trunk ist ein gutes, geselliges Ding, wenn man mit ihm umzugehen weiß (Shakespeare).