Bővebb ismertető
Mehlspeis' mit SchicksalDie Hochzeiten der Habsburger mit burgundischen Prinzessinnen, der Vormarsch der Türken auf Wien, die Bayerischen Erbfolgekriege und noch viele andere historische Ereignisse haben nicht nur in Geschichtswerken, sondern auch in Kochbüchern ihren Niederschlag gefunden.Im Gefolge der Burgunderinnen, die geheiratet wurden, um Kriege zu vermeiden, kamen die raffiniertesten Zuckerbäcker in die Wiener Hofburg und brachten dort bisher unbekannte kulinarische Meisterwerke auf die Tafel. Sie sickerten auf Umwegen und stark vereinfacht in die bürgerliche Küche ein.Die Türken machten nicht nur den Kaffee, sondern auch den Strudel in Österreich heimisch.Und bei den Bayerischen Erbfolgekriegen in Böhmen lernten österreichische Soldaten die Wonnen der Mohnnudeln, der Skubänky und der Er^äpfelknödel kennen. Die Kartoffel hatte sich in Böhmen viel früher, als in Österreich durchgesetzt. Vielleicht nahmen die Soldaten auch so manche milde, mollige Köchin als eheliches Beutegut mit in die Heimat und sorgten dafür, daß ihre Kochtalente Wurzeln schlugen.Als die Fürsten, die Napoleon besiegt hatten, sich in Wien zu einem Kongreß zusammenfanden, bei dem viel getanzt wurde, bei dem aber die Verhandlungen nicht weitergingen, fesselte Klemens Metternich die leichtfüßige Gesellschaft mit kulinarischer Diplomatie an den Verhandlungstisch. Es wurde viel und exzellent bei ihm gegessen, und das machte die Staatenlenker seßhaft und ein wenig wehrlos. Metternich wußte, welche Mittel er einsetzte, um die Zügel in der Hand zu behalten. Eines und sicher nicht das schlechteste war die Küchenkunst seines Leibkonditors Franz Sacher.Ob er die legendäre Sachertorte schon im Dienste seines Herren erfand oder erst später, als er bereits sein eigenes Hotel besaß, ist umstritten. Aber auch die Vorläufer der Sachertorte waren gewiß nicht von schlechten Eltern. Wohin man schaut die Weltpolitik ist vom Fortschritt der Gastronomie nicht zu trennen. Am deutlichsten wird das beim Vordringen einer der wichtigsten Grundsubstanzen jeder Mehlspeise: des Zuckers.Wer in alten Kochbüchern der Vorbiedermeierzeit stöbert, wird über die geringe Auswahl an Mehlspeisen überrascht sein. Erst zu Beginn des Vormärz entfaltete sich die reiche Fülle süßer Desserts. Die Erklärung ist einfach: Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Zucker eine Kostbarkeit, die sich nur sehr reiche Leute leisten konnten. Wieder kam ein historisches Ereignis den Mehlspeisköchinnen zu Hilfe. Als Napoleon die Kontinentalsperre ver-