Bővebb ismertető
Die Kunstder Töchter der WüsteEs freut mich sehr, daß Sie dieses Buch zur Hand genommen haben. Folgen Sie meiner Einladung, das Heilige Land, von dem Sie sicher schon viel gehört oder gesehen haben, noch ein vpenig besser kennenzulernen.Ich kam nach Israel erstmals als Touristin. Mein Wissen über die Bewohner dieses Landes war beschämend gering. Es bestand eigendich nur aus Schablonen. Berühmte Filme haben dafür gesorgt, daß Generationen ein vollkommen falsches Bild von den verschiedenen Stämmen hatten.Die Beduinen waren für mich Die Söhne der Wüste. Unsere Großmütter und Mütter träumten von dunkelhäutigen und glutäugigen Prinzen, die die Züge Rudolph Valentinos oder später Omar Sharifs trugen und sich mit schönen weißen Frauen umgaben.Der Beduinenheld hatte gewöhnlich ein Vollblutpferd, meist ausgestattet mit übernatürlichen Gaben. Es war sein Freund und Helfer. Nie kam eine weibliche Gestalt aus dem eigenen Stamm als gleichwertige Partnerin zum Vorschein. Waren die Beduinenfrauen wirklich so unbedeutend? Sind sie es bis heute?Ich fand an Ort und Stelle die Leinwandprinzen nie. Dafür begegnete ich auf Schritt und Tritt königlich dahinschreitenden Beduinenfrauen. Sie erreichten ihre wunderbare Haltung nicht durch Tragen einer Krone, sondern durch schwere Körbe und Tröge.Die Kleider der Beduinenfrauen sind wahre Wunderwerke. Seither träume ich von Beduinenstickereien. Meine weiteren Reisen nach Israel hatten nur noch ein Ziel vor Augen: so viele Stickereien wie möglich - wenigstens mit der Kamera - zu sammeln. Dabei lernte ich auch das Volk kennen.Nicht immer beginnt man ein Volk zu lieben, wenn man es kennenlernt. Doch in meinem Falle war es so. Die Hilfsbereitschaft, die Gastfreundschaft, mit der ich immer und überall empfangen wurde, haben mir die Arbeit zu einem einmaligen Erlebnis gemacht. Deshalb möchte ich auch Ihnen nicht nur die schönen Stickereien zeigen, sondern auch die Schöpferinnen vorstellen, ihr Leben, ihre Umgebung - kurz alles, was man mit Kultur bezeichnen kann. Es ist keine wissenschaftliche Studie, sondern ein Bericht von Frau zu Frau über Frauen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit - doch sicher mehr und anderes, als Ihnen bisher bekannt war.Alle Stickereien und Muster, die ich Ihnen in diesem Buch zeige, habe ich im Heiligen Land gesammelt. Es waren Israelis und Palästinenser, die mir dabei geholfen haben.Ich widme das Buch den namenlosen Künstlerinnen, die die Handarbeiten gestickt haben. Sie sind mit ihren Werken untrennbar verbunden.Anna Dolänyi