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VORBEMERKUNG
Zu dem vorliegenden Buch ließ ich mich überreden - auf dem Pekinger Flughafen nach einer Chinareise. Überreden läßt man sich aber nur zu etwas, was man ohnehin möchte: Picassos Ausspruch »Ich suche nicht, ich finde« gilt insofern für jeden von uns. So wurde dieses Buch - soweit es meine Aufzeichnungen betrifft - zu einer Art von persönlichem Erfahrungsbericht über das, was ich in Verbindung mit meinen Schülern im Taijiquan gefunden habe. Jeder findet etwas anderes in dieser universalen Bewegungskunst; die ganze Fülle dessen, was sich für die einzelnen daraus ergibt, ist weder in ein kleines Büchlein zu packen noch überhaupt zu vermitteln.
Die Entdeckungsreise beginnt ganz körperlich: Schritte setzen in einer ungewohnten Haltung; nachspüren, was passiert. Darüber berichten die Kapitel vom »Bogen« bis zum »Prozeß des Lernens«. Der anschließende kurze Ausschnitt aus der »Form« mag eine Vorstellungshilfe zum Ablauf der Taiji-Bewegungen geben. Sehr bald stellt man dabei fest, daß die körperlichen Erfahrungen sich in allen Lebensbereichen widerspiegeln. Davon ist die Rede in dem Kapitel »Taiji - universales Lebensmuster«.
Im Verlauf des Übens drängen sich grundsätzliche Fragen zur Bewegung auf. Gibt es auch für den Menschen eine natur-gemäße Art, sich zu bewegen? Die moderne Neurophy-siologie gibt eine positive Antwort darauf: im »Gestaltkreis« kommt Viktor von Weizsäcker zu den gleichen wissenschaftlichen Ergebnissen über die Steuerung von Bewegung, wie man sie unmittelbar am Taijiquan erfahren kann. Außerdem bezieht er sich auf Heinrich von Kleist, der in seinem Aufsatz über das Marionettentheater das Ur-Bild menschlicher Bewegung in vollendetster Weise dargestellt hat. Ich empfehle dem Leser zu seiner eigenen Freude und zum besseren Verständnis des Nachfolgenden, Kleists Text vor allem anderen zu lesen. Das Kapitel »Die Metamorphose der Marionette« ,