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ENTWICKLUNG DER VOLKSTRACHTENEs ist keineswegs einfach, den Begriff Volkstracht zu definieren. Im allgemeinen wird damit die Bauemkleidung bezeichnet. In dieser knappen Zusammenfassung trachten wir, die Umstände und Faktoren zu umreißen, die zur Entwicklung und Blütezeit, schließlich zum Niedergang der Volkstrachten führten.Das Sein und Werden der Kleidung somit auch der Volkstracht sind von zwei Faktoren, vom Menschen und von der Geschichte geprägt. Vom Menschen insoweit, als die Kleidung die jeweiligen Umstände des persönlichen Lebens, die materielle und gesellschaftliche Lage, Armut und Reichtum, Jugend und Alter, aber auch gewisse Gefühle wie Freude, Leid oder Trauer zum Ausdruck bringt. Das ist der menschliche Faktor.Was den historischen Faktor anbelangt, so unterliegen auch die Kleidungsformen einer historischen Entwicklung. Die jeweihgen Lebensumstände können sich in der Kleidung nur im Rahmen der allgemeinen Mode jener Gesellschaft widerspiegeln, in der wir leben. Das gilt für die Kleidung überhaupt und somit auch für die Volkstracht, die sich ebenfalls sowohl durch den persönlichen und gefühlsbedingten menschlichen als auch durch den geschichtlichen, von historischen Gesetzmäßigkeiten bedingten unpersönlichen Faktor entwickelt.Das Interesse für die Volkskultur und insbesondere für die Volkstrachten begann in ganz Europa zur Zeit der Romantik. Zu dieser Zeit versetzte die Volkspoesie die gebildeten Schichten in Staunen, und auch die Volkstrachten gehörten zum neuentdeckten Reichtum der bäuerlichen Kultur. Man fing an, Bilderalben und Beschreibungen von Volkstrachten herauszugeben, die Trachten der leibeigenen Bauemgemeinschaften erweckten wissenschaftliches Interesse. Anfangs war dieses noch stark romantischer Färbung, das Leben der Bauern wurde lediglich von außen und recht oberflächlich betrachtet. Man war der Auffassung, daß das materielle Elend, der kultureDe Rückstand und die gesellschaftliche Unterdrückung und Abgesondertheit den feiertags in malerischen Trachten einhergehenden, auch auf anderen Gebieten in ihren Märchen, Liedern oder Schnitzereien bedeutende ästhetische Qualitäten aufweisenden Bauem eine Art edle und urwüchsige Lebensschlichtheit sicherten. In der