Bővebb ismertető
Über die unterfränkische Tracht und ihre TrägerWir wären um vieles ärmer, wenn es die herrlichen, farbenprächtigen Trachten nicht mehr gäbe. Bislang glaubte man, die Tracht gehöre ganz selbstverständlich zum Fränkischen, zu den Weinorten und Walddörfern, zu den Fachwerkhäusern und Festen, zum Rhöner und zum Ochsenfurter Gaubauern. Tracht und Fachwerk sind leicht vergleichbar in Farbe und Form.Im blumengeschmückten Reichenbach, im reichsfreien Gochsheim, im altfränkischen Karlstadt oder in den engzusammengepferchten Maindörfern sind nicht nur alte Tore und schmale Pforten, verwinkelte Gäßchen oder mächtige, stolze Rathäuser, Kirchen und Wirtshäuser das Markante, genauso gehörten bislang die Trachten in ihren regionalen Ausformungen zum bunten Bild des Fränkischen. Bei den feierlichen Fronleichnamsprozessionen und den anderen Hochfesten während eines Kirchenjahres sind noch vereinzelt die prunkvollen Festtagstrachten zu bestaunen.Das Wesentliche eines Volksstammes liegt nicht im äußerlichen, die Kleidung ist nur ein Aushängeschild und das sichtbare Zeichen einer inneren Einstellung. Wenn jedoch die Menschen einer überschaubaren Gemeinschaft aus ihrem intimen, geschichtlich gewachsenen Raum heraustreten und ihn verlassen, dann werden sie rasch unsicher; sie fühlen sich in ihrer Umwelt nicht mehr wohl und sicherund haben häufig keinen rechten Sinn mehr für das Schöne, Wertvolle und Echte. Das Gespür für das Besondere und Einzigartige geht ihnen verloren. Die Bauweise der Häuser uniformiert sich, Sitte und Brauch erlöschen und die Kleider werden in rascher modischer Folge und bisweilen ohne persönlichen Geschmack und Liebreiz getragen. Das Kleid wird von der jeweiligen Mode geprägt, es wird vom flüchtigen Zeitgeist geformt; dies bedeutet, daß es meist nach kurzer Zeit wieder altmodisch und unmodern, belächelt und verachtet, wertlos und nichtig wird.Wie wird es einem zumute, wenn ein fränkischer Musikant aus dem weinfreudigen Maintal als Pseudo-Oberbayer mit einem teuer erstandenen Gamsbart und in echt almerisch-jagerischer Lederwichs auf der Bühne steht und zum Tanz aufspielt? Was ist der eigentliche Grund, daß man die eigene Tracht nicht mehr tragen will, weder im Alltag noch beim hohen Fest? Es ist zur alltäglichen Gewohnheit geworden, daß nur Kellner, Kaminkehrer, Polizisten, Postboten, Feuerwehrleute oder Schützen ihre standesgemäße Uniform tragen. Die ländlich-bäuerliche, auch die kleinstädtische, d. h. überhaupt die in einer geschlossenen Landschaft lebende Bevölkerung hat zu wenig Stolz, Mut und Freude am Eigenständigen, am bewußt und behutsam Gewachsenen, zu wenig Courage zu