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Mangel im ÜberflußDie Lebensgewohnheiten und Lebensbedingungen der Menschen in den technisch hoch entwickelten Ländern haben sich in den letzten 200 Jahren drastisch geändert. Vielen Menschen ist dieser Umstand nur deswegen nicht bewußt, weil die Veränderungen nicht abrupt, sondern fließend von Generation zu Generation übernommen und weitergeführt werden. Bezieht man aber diese Veränderungen einmal auf den gesamten Zeitraum der Menschheitsgeschichte, so kann man feststellen, daß sich zeitlich gesehen in nur einem Prozent der Menschheitsgeschichte fast 99 Prozent an Veränderungen unserer Lebensbedingungen vollzogen haben - ein wesentlicher Teil davon auf dem Gebiet unserer Ernährungsgewohnheiten. Dabei führte die Entwicklung von ursprünglichen, wenig bearbeiteten Nahrungsmitteln mit meist geringer Energiezufuhr zu den heutigen stark verarbeiteten und oftmals isolierten Nahrungsmitteln, die eine sehr hohe Energiedichte aufweisen. Beispielhaft für viele Bereiche unserer Nahrungsmittel läßt sich dies am Getreideverzehr sehr schön verdeutlichen. Im Jahre 1800 wurden pro Kopf und Jahr der Bevölkerung in unserem Lande 225 kg Roggen und Weizen verbraucht, wobei 90% dieser Menge als volles Korn verwendet wurden. Im Jahre 1980 betrug der Verbrauch pro Kopf und Jahr unserer Bevölkerung nur noch 64 kg und hiervon wurden nur noch 10% als volles Korn verwendet. Der Verbrauch von Vollwertgetreide ist also auf ein Zweiunddreißigstel des ursprünglichen Wertes gesunken. Wenn man bedenkt, daß mit der Verwendung der heute üblichen hoch verarbeiteten Weißmehlprodukte gegenüber den ursprünglichen Vollkornprodukten ein Verlust an Vitaminen und Mineralstoffen von im Schnitt 60 bis 80% verbunden ist, so darf es nicht verwundern, daß trotz ausreichender und zum großen Teil kalorienmäßig üppiger Ernährung Mangelsituationen im Bereich der lebensnotwendigenTips und NotizenErnährungsgewohnheitenMangel im Überfluß