Bővebb ismertető
GELEITWORTDer Mensch wird von den Dingen, die ihn umgeben, gefördert oder behindert, erheitert oder bedrückt. Wir wissen, wieweit es von der Gestaltung eines Raumes abhängt, ob wir uns darin glücklich fühlen, ob er uns froh stimmt und erhebt. Wir wissen aber auch, daß die dauernde Einwirkung unharmonischen Raumes den Menschen unfrei und krank machen, ja ihn sogar töten kann, wie es Heinrich Zille In seiner Kritik an den baulichen Unmenschlichkeiten der kapifalistischen Hinterhöfe feststellt, wenn er sagt: Man kann mif einer solchen Wohnung einen Menschen genau so erschlagen wie mit einer Axt."Zur Wohnungsgestalfung gehören nicht nur die Möbel, der Teppich, die Tapete, die Vorhänge, das Bild an der Wand, die Blumen in der Vase, das Gebrauchsgerät aller Art, das Verhältnis aller Dinge zueinander und zum Raum, sondern nicht zuletzt auch der Mensch, sein persönliches Verhältnis zu den Dingen und seine Einstellung zum Leben, die wir - ob wir es wollen oder nicht mit der Gestaltung seiner Wohnung in hohem Maße berühren. Der Mensch, der uns zum Maß aller Dinge geworden ist, wird auch zum Maß und zum Mittelpunkt des Raumes, in dem er leben und schaffen will. Und in der Weise, wie sein Verhältnis zum Leben, seine Vorstellungen und Forderungen vom Leben und Lebenwollen sich ändern, so ändern sich auch die Formen, die ihn umgeben.Wenn wir vom modernen Wohnen" sprechen, so meinen wir eine Wohnungsgestaltung, die dem heutigen Menschen und seiner veränderten, freieren und natürlicheren Auffassung vom Leben entspricht. Eine Gestaltung, die nicht von erstarrten, überholten Formvorstellungen her bestimmt ist, sondern in erster Linie von der Verpflichtung, dem Menschen und seinen Lebensansprüchen zu dienen. Wir erwarten die Berücksichtigung grundsätzlicher Forderungen, wie die Befreiung der Hausfrau von unnötiger Belastung, ein Höchstmaß an praktischem Wert der Einrichtung, ein Höchstmaß an Bewegungsmöglichkeiten, an Bequemlichkeiten und Behaglichkeit ebenso wie die Erfüllung vernünftiger ästhetischer Ansprüche.Wir sehen in der hochentwickelten Technik und der notwendigerweise mit ihr verbundenen Standardisierung baulicher Grundelemente große Möglichkeiten der Erweiterung und Steigerung der Bauproduktion und ganz neue Impulse, die auch von der technisch-ökonomischen Seite her zu einer wesentlichen Verbesserung und Modernisierung der Wohnungsgestaltung führen werden.Die Mitarbeit der Wissenschaft und der mitbestimmende Einfluß der modernen Technik sind aus der Baugestaltung und damit auch aus der Entwicklung des neuen Wohnens nicht wegzudenken. Die Verantwortung des Architekten ist damit nicht kleiner geworden! Wir reden keiner Wohnmaschine" das Wort! Erst, wenn ein Gegenstand menschliche Empfindungen in uns lebendig werden läßt, ist er schön, ist er im Sinne einer Vermenschlichung unserer Umwelt auch gesellschaftlich wertvoll. Der Begriff modern" ist für uns ein Qualitätsbegriff. (Kennzeichen des Modischen ist sein Mangel an Qualität.)