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POLEN, in der Mitte Europas gelegen, nimmt heutzutage das Gebiet ein. welches sich ungefähr mit dem Territorium deckt, das sich innerhalb der historischen Grenzen des polnischen Staates Ende des 10. Jahrhunderts befand. Die Entwicklungsetappen des polnischen Staatsgebietes ähnelten denen anderer europäischen Staaten. Um 1500 vor Christi Geburt begann die Besiedlung der Gebiete Polens durch Urslawen und Slawen, welche fast Tausend Jahre währte. Unter den vielen Volksstämmen, die die Gebiete zwischen Oder und Bug, Ostsee und Karpaten bewohnten, waren die Polanen, die das Flußgebiet der mittleren und unteren Warthe bevölkerten, sowie die Wislanen, der zahlreichste und reichste Volksstamm, welcher an der oberen Weichsel lebte, die dynamischsten. Die Menschen lebten damals vor allem in hölzernen Siedlungen, die aus mehreren, um einen Platz oder eine unregelmäßige Straße gelegenen Gehöften bestanden. Gemeinsam nutzten sie die natürlichen Ressourcen. Die Bevölkerung, zwei Jahrhunderte vor der Gründung des polnischen Staates hier seßhaft geworden, organisierte kleine territoriale Gemeinschaften, die "opole" genannt wurden. Sie wurden durch einen pali sanderbewehrten Graben oder von hölzernerdenen Wällen mit einem Eingangstor befestigt, wie dies in Biskupin, aus der Zeit der sog. Lausitzer Kultur, sichtbar ist. Wichtigstes Zentrum des Stammes der Polanen war Gniezno. Dort, auf einer Anhöhe, umgeben von Gewässern und Wäldern, wurde eine mehrteilige Burgsiedlung gegründet, welche aus der eigentlichen Burg, zwei befestigten Vorburgen, in denen Handwerker lebten, und der offenen Siedlung unterhalb der Burg mit einem gesonderten Markt bestand, die sich mit der Zeit zum Handels- und Wohnzentrum der Stadt entwickelte. Die Polanen, von der einheimischen Dynastie der Piasten regiert, unternahmen spätestens im 9. Jahrhundert eine wirksame territoriale Expansion und erstreckten ihre Herrschaft auf die slawischen Nachbarstämme. Unter die Herrschaft der Polanen gerieten Ende des 10. Jahrhunderts auch der Staat und der Stamm der Wislanen, deren politischen Mittelpunkt Krakau bildete. So nahm der polnische Staat seinen Ursprung, dessen Name Polska - Polen von den Polanen herrührt. Der Gründer und erste historische Herrscher Polens war Mieszko I. Durch die Annahme des Christentums im Jahre 966 beendete er den langjährigen Konsolidierungsprozeß und bewirkte die Stärkung des Machtapparates und die territoriale Festigung des jungen Piastenstaates. Polen fand Eingang in das politische Gefüge der mitteleuropäischen Länder und beschritt den Weg der christlichen Entwicklung, was ihm den Zugang zu den zivilisatorischen und kulturellen Errungenschaften Westeuropas erschloß. Mit der Christianisierung Polens begann man in Polen inmitten der hölzernen Städte steinerne Sakralbauten in Form von runden Kapellen zu errichten, u.a. auf dem Wawel-Hügel in Krakau, in Gniezno und dem benachbarten Oströw Lednicki sowie in Plock, WiSlica, Giecz und Przemysl. Ein wenig später begann man in Polen mit dem Bau von einschiffigen Pfarrkirchen mit einem Turm an der Frontfassade. Sie wurden wie die Kapellen aus Granitblöcken errichtet. Die erste Phase der Christianisierung Polens wurde unter der Herrschaft Boleslaus des Tapferen, des Sohnes Mieszkos I, mit dem historischen Treffen in Gniezno im Jahre 1000 beendet, an dem auch der deutsche Kaiser Otto III teilnahm. Dieses Treffen war nicht nur ein Beweis dafür, daß Polen unter den mitteleuropäischen Ländern eine starke Stellung erlangt hatte, sondern es bestätigte endgültig die Organisationsstruktur der polnischen Kirche mit den Bistümern Poznan, Wroclaw und Kolobrzeg sowie der Metropole Gniezno. Nach der Festlegung des Bistümer wurde mit dem Bau von Kathedralen in Form von dreischiffigen steinernen Basiliken mit zweitürmigen Fassaden begonnen. Das Gniezno der ersten Piasten war nicht nur eine kirchliche Metropole, sondern auch Hauptstadt des polnischen Reiches, in der im Jahre 1025 die feierliche Krönung Boleslaus des Tapferen zum König von Polen stattfand. Er führte das Werk seines Vaters fort und begründete die Machtstellung des frühfeudalen polnischen Staates. Boleslaus der Tapfere nahm auch die Idee Mieszkos I auf, den politischen Einfluß auf die benachbarten slawischen Gebiete zu erweitern. Nach einer ernstlichen Zerstörung Poznans und Gnieznos durch fremde Heere und infolge innerer Kämpfe in Polen, verlegte Kasimir der Erneuerer, Enkel Boleslaus des Tapferen, um 1038 die Hauptstadt nach Krakau. Unter seiner Herrschaft und der seiner Nachkommen, die fast das ganze Mittelalter regierten, wurde die Stadt Krakau zu einem wahren Mittelpunkt des politischen Lebens Polens, zum Sitz der polnischen Könige und Fürsten, aber auch zu einer wichtigen kulturellen und religiösen Metropole mit vielen Kirchen, Klöstern und seiner Domschule. Zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert entstanden in Krakau zahlreiche Sakralbauten, von kleinen steinernen Kirchen bis hin zu hohen backsteinernen gotischen Basiliken. Von größter Bedeutung war aber die Bebauung des Wawel - Hügels, wo in der Zeit vom 11.- 13. Jahrhundert eine königliche Burgresidenz entstand. Eben dort errichtete Ladislaus Hermann, der Sohn Kasimir des Erneuerers, die zweite romanische Kathedrale auf dem Wawel - Hügel, den St. Wenzelsdom, und die riesige St. Leonhard - Krypta, die jahrhundertelang die nationale Nekropole der polnischen Könige bildete. Die nach Polen zu Missionszwecken strömenden Kongregationen ebneten der Entwicklung der mittelalterlichen Architektur in Krakau und seiner Umgebung als auch in anderen Teilen des Landes den Weg. Die ersten von ihnen waren Benediktiner aus Italien und dem französisch - belgischen Grenzgebiet. Sie wählten menschenleere, schwer zugängliche Orte aus und errichteten dort große Gotteshäuser und Klosteranlagen, die durch ihre geschlossene Bauweise von der Außenwelt isoliert waren. Kasimir der Erneuerer, ein Zögling der Benediktiner, stiftete im Jahre 1044 die größte Abtei der rheinischen Benediktiner in Tyniec an der Weichsel, unweit von Krakau. Ende des 12. Jahrhunderts kamen die von den Fürsten und Bischöfen geförderten Zisterzienser, ein reformierter Zweig des Benediktinerordens, deren imposanteste