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Vorbemerkung
Der Band 3 des „Romanführers" stellt österreichische und schweizerische Romane des 20. Jahrhuqderts sowie Werke von Autoren der BRD und Westberlins vor, darüber hinaus Romane deutschsprachiger Autoren, die in anderen Ländern leben. Ein Romanführer kann nur eine Auswahl treffen. Unser Bestreben, aus dem Gesamtensemble der Literatur Österreichs, der deutschsprachigen Schweiz und der BRD charakteristische Beispiele für einzelne Schriftsteller vorzustellen, war zugleich darauf gerichtet, mit den markanten Stationen der Literaturentwicklung bekannt zu machen. Weiterführende Untersuchungen der jeweiligen Literaturprozesse, des Verhältnisses von Gesellschaft und Literatur müssen historischen Darstellungen vorbehalten bleiben.
Die Romanliteratur Österreichs, der Schweiz und der BRD ist Bestandteil jeweils eigenständiger Nationalliteraturen. Sie ist von der Ideologie der imperialistischen Gesellschaftsordnung beeinflußt oder in Widerspruch zu ihr entstanden; demzufolge ist sie von einer die kulturellen Prozesse im Imperialismus kennzeichenden Vielschichtigkeit und Gegensätzlichkeit. Die Widersprüchlichkeit der unter imperialistischen Verhältnissen entstandenen Romanliteratur und ihre unterschiedlichen Funktionen bei der Enthüllung oder Verschleierung der Wirklichkeit wird auch in unserer Auswahl erkennbar. Ausgehend vom marxistisch-leninistischen Literaturverständnis, wurde den bürgerlich-humanistischen Schriftstellern mit unterschiedlicher kritisch-oppositioneller Grundhaltung und jenen Autoren, die sich vom Standpunkt der Arbeiterklasse und der demokratischen Schichten des Volkes mit den herrschenden Verhältnissen auseinandersetzen, besondere Aufmerksamkeit zuteil. Diese Autoren bedienen sich bei der Gestaltung der von den imperialistischen Bedingungen geprägten Wirklichkeit unterschiedlicher ästhetischer Methoden: sie reichen von der realistischen Schreibweise aus 'sozialkritischer Haltung und dem parteilichen Eintreten für die „zweite Kultur" (Lenin) über die kritisch-realistischen Auseinandersetzungen bürgerlich-humanistischer Schriftsteller unterschiedlicher weltanschaulicher Position bis zu jener Form des literarischen Protestes, der durch modernistische Gestaltungsmittel, eingeengte