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Warum dieses Buch keinen Herausgeber hat
Geographie - das hieß bei den Griechen zweierlei: Einmal beschreibende Länderkunde, Sammlungen von Materialien zu einzelnen Ländern und den Sitten ihrer Bewohner, und zum anderen spekulative Welterklärung. Der Doppelsinn des Wortes ist verlorengegangen, wohingegen unsere Bezeichnung eines Landkartenwerkes, >Atlas<, in der Antike nichts anderes bedeutete als der Name des Titans, der seinerzeit gegen Zeus kämpfte und deswegen mit dem Tragen des Weltgebäudes bestraft wurde. Ein Titan allerdings mit berühmter Verwandtschaft: dem Bruder Prometheus, dem Neffen Deukalion und vielen Töchtern - den Pleiaden, Hy-aden und Hesperiden.
Seit Mercator 1585 seine Kartensammlung mit der Figur des Atlas schmückte, wurde sie zur Bezeichnung für das Ganze, bis heute, bis zum kleinen und großen Diercke. Seitdem >wissen< wir, was ein Atlas, was Geographie ist. Solcher Meinung gegenüber, man habe >die Landkarte im Kopf< und dieses Bild sei unveränder-, weil nachmeßbar, möchte dieser Atlas Zweifel erwecken. Er kehrt zurück zum Begriff der Alten von Geographie als einer Mischung aus Beschreibung und Erklärung. Ein Atlas, der nicht von Bevölkerungszahlen ausgeht, sondern von Bewohnern, der Zeichenerklärung wörtlich nimmt, der nicht Höhenunterschiede vermerkt, sondern Unterschiede in Bewußtseinslagen und Verhaltensweisen. Ein Atlas, dessen Gradnetz von Ort zu Ort wechselt und dessen Maßstab nicht von Instrumenten gesetzt wird: Geometer sind vielmehr Schriftsteller, deutsche Autoren der Gegenwart, die >ihren< Ort in diesen Atlas eintragen.
Herausgeber dieses Buches sind also die Autoren, und ihren Maßstab hatte der Verleger jedenfalls zu respektieren. Er konnte nur den Plan vortragen und erklären, mit Materialien die Arbeit unterstützen, die Figuren und das Register beisteuern.