Bővebb ismertető
Vorwort
Nidat teilnehmen an dem geistigen
Fortschreiten seiner Zeit
heißt moralisch im Rückschritt sein.
In Marie von Ebner-Eschenbach begegnen wir einer Dichterin, die die Enge der aristokratischen Konvention gesprengt hat und deren Leben vom Geiste des Humanismus, von der Liebe zum Menschen erfüllt ist. Sie will nicht nur registrieren, beschreiben, „was im Leben alles vorkommt", sondern durch ihre Werke auch umgestaltend auf die Verhältnisse wirken. Sie will die Not lindern, die sie nicht aus der Welt schaffen kann.
Marie von Ebner-Eschenbach wurde am 13. September 1830 in Zdislavice auf dem im tschechischen Mähren, dem heutigen Morava a Slezsko, gelegenen Gut ihrer Eltern geboren. Sie entstammt einer deutsch-tschechischen Adelsfamilie. Ihr Vater, Baron Franz Dubsky (1784—1873), zeichnete sich in den Befreiungskriegen gegen Napoleon aus und wurde Kammerherr am Wiener Hofe. Einer seiner Vorfahren, Wilhelm von Dubsky, hatte im Jahre 1620 in der Schlacht am Weißen Berg auf der Seite der tschechischen Aufständischen gegen die Habsburger gekämpft und war nach der Niederlage, wie viele der tschechischen Adligen, seiner Güter beraubt worden. Die Strafgerichte der Gegenreformation brachten die Familie in arge Bedrängnis. Die folgenden Generationen klommen dann die Leiter des Staatsdienstes wieder hinauf und wurden vom Kaiser ausgezeichnet.
Marie von Ebner-Eschenbach hat sich immer durch eine tiefe Sympathie mit dem tschechischen Volke und den slawischen Völkern überhaupt verbunden gefühlt. Wie der österreichische Literaturkritiker Minor es einmal treffend ausdrückte, war „ihr Herz zwischen den Slawen und den Deutschen geteilt". Gerade dieser Zug beeinflußte das Schaffen der Ebner in humanistischem Geiste, ließ keine nationalistischen Tendenzen aufkommen, hinderte sie aber gleichzeitig daran, in der Frage des