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Heide Rauhut - Blumenmalerei [antikvár]

Blumenmalerei [antikvár]

Heide Rauhut

 
BLUMENMALEREI Pflanzen wurden, wie uns die archäologisciie Forschung lehrt, schon in den frühesten Kulturen dargestellt und als Motive für verschiedene Zwecke benutzt. Im alten Griechenland schmückten die Bärenklaublätter die Kapitelle der korinthischen Säulen und blieben, bis in die Neuzeit hinein, ein Hauptdekorationselement in der Architektur. Schon früher, im Ägypten der Pharaonen, zierten die Blüten der Papyruspflanze die gewaltigen Säulen, und wir wissen, daß im antiken Griechenland Blumenmalereien angefertigt wurden, und...
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BLUMENMALEREI Pflanzen wurden, wie uns die archäologisciie Forschung lehrt, schon in den frühesten Kulturen dargestellt und als Motive für verschiedene Zwecke benutzt. Im alten Griechenland schmückten die Bärenklaublätter die Kapitelle der korinthischen Säulen und blieben, bis in die Neuzeit hinein, ein Hauptdekorationselement in der Architektur. Schon früher, im Ägypten der Pharaonen, zierten die Blüten der Papyruspflanze die gewaltigen Säulen, und wir wissen, daß im antiken Griechenland Blumenmalereien angefertigt wurden, und daß Blumen und Stilleben auf den Fresken und Mosaiken von Pompeji dargestellt waren. Die älteste Tradition in der Blumenmalerei dürfte sich in China finden. Dort wurde in frühen Zeiten die Blumenmalerei von begüterten Gelehrten und Mandarinen betrieben und diente dem Zweck, die eigene Seele zu erheben. Schon im 5. Jahrhundert n. Chr. galt in der chinesischen Malerei als wichtigstes Prinzip »Ch'i-Yün«, das heißt die Geistigkeit, aus der notwendig die Bewegung, die rhythmische Ordnung der Dinge im Raum und das Gleichgewicht der Proportionen hervorgehen müssen (Laotse). Diese uralte Tradition scheint alle Stürme der Zeit - auch die Revolution Maos - schadlos überstanden zu haben, wie eine neue Legende aus dem neuen China zu beweisen scheint. Diese Legende, die uns auf die intimen Zusammenhänge zwischen der Seele und der Handschrift (wozu auch das Zeichen gerechnet wird) des Chinesen hinweist, berichtet von dem jungen Kao Ju-Pao, der als Sohn eines armen Reisbauern trotz mangelhafter Bildung den gewagten Versuch unternahm, einen autobiographischen Roman zu schreiben. Da Kao Ju-Pao bei weitem nicht alle Schriftzeichen der chinesischen Sprache kannte, versah er seine lückenhafte Aufzeichnung mit kleinen Skizzen, die für einen Chinesen ohne jede weitere Erklärung verständlich sind. Der Roman aus dem China hinter dem Bambusvorhang wurde über Nacht berühmt, der Autor erhielt ein Stipendium und ist heute ein berühmter Dichter. Aufgrund der ungebrochenen Tradition der Blumenmalerei ist für den Chinesen auch die Blumensprache etwas durchaus Reales. Der Lotos z.B., der seinen Strahlenkelch aus dem sumpfigen Boden emporhebt, versinnbildlicht die Erlösung der Seele durch reine Erkenntnis. Da jedem Chinesen das Symbol der Lotosblüte gegenwärtig ist, hat es kein chinesischer Blumenmaler nötig, zu seinem Bild eine Erklärung zu liefern. Eine andere Anekdote enthält die Lebensgeschichte der großen chinesischen Blumenmaler, von Hsü Hsi aus dem 1 O.Jahrhundert bis zu Chi Pai Shih, der 1861 geboren wurde. Sie vermittelt einen Eindruck davon, wie lebendig die Blumensymbolik in der chinesischen Sprache und im chinesischen Bewußtsein verankert ist: Ein chinesischer Weiser (Blumenmaler), der zurückgezogen in seinem Bambusgarten dahinlebte, liebte die Blumen wie sein Leben. An einem Frühlingsabend trippelte eine Schar schüchterner, junger Mädchen in seinen Vorhof. Jede von ihnen trug eine Blume oder einen Zweig. Es waren die Blütenmädchen. Als sie sich verneigten, um für ihre achtzehn Zephirtanten Gastrecht zu erbitten, verströmten ihre Ärmel Blütenduft. Die Zephirtanten waren die guten und minder guten Feen der Zephirwinde. »Ich heiße Salix«, sagte die grüngekleidete Schlanke, denn sie war 5

Termékadatok

Cím: Blumenmalerei [antikvár]
Szerző: Heide Rauhut
Kiadó: Pawlak Verlag
Kötés: Varrott keménykötés
Méret: 230 mm x 310 mm
Heide Rauhut művei
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