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Allgemeine Einleitung
1. Das Leben des hl. Fulgentius
Mit der Geschichte der Vandalenherrschafl in Afrika und der Bekämpfung des durch die vandalischen Könige geschützten Arianismus ist unlösbar verknüpft der Name des hl. Fulgentius, des Bischofs von Rüspe in der damaligen Provinz Byzacena. Nach dem Tod des größten Augustinusschülers, des Prosper von Aquitanien, der wohl im Jahre 463 gestorben ist, hat Fulgentius die glorreiche Tradition der augustinischen Theologie weitergeführt. Wie Augustinus und Prosper hat auch der Bischof von Rüspe, den man den „abgekürzten Augustinus" nennt, einen ebenso unerbittlichen Kampf geführt gegen den Semipelagianismus, der von Südgallien her nach Afrika vorgedrungen war.
Um die historischen Daten im Leben des vielleicht größten Theologen seiner Zeit ist es sehr schlecht bestellt. Die von einem Schüler verfaßte Vita läßt jegliches chronologische Interesse vermissen. Wir sind deshalb darauf angewiesen, von einigen wenigen festen Daten ausgehend, die Chronologie seines Lebens und literarischen Wirkens zu rekonstruieren.
Der Großvater des Fulgentius, Gordianus mit Namen, gehörte nach dem Bericht der Vita zu den Senatoren, die nach der Einnahme Karthagos durch den Vandalen-führer Geiserich am 19. Oktober 439 nach Italien vertrieben wurden. Nach seinem Tode kehrten zwei von seinen Söhnen nach Afrika zurück und erlangten vom König wenigstens die Rückgabe der Güter des Geschlechts, die in der Provinz Byzacena lagen. Der eine der beiden Brüder, Claudius, heiratete in der Stadt Telepte die vornehme Mariana. In Telepte ist sein Sohn Fulgentius geboren,
Mariana, die schon in frühen Jahren Witwe wurde,