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Helle Mittagssonne überflimmerte die beschneiten Berge und das weifie Tal. Kaum ein Schatten in der Landsdiaft; alles in stille, leuchtende Sonne getaudit. Und alles weifi. Man sah kein Dach; sie unterschieden sich im Sdinee nicht mehr von den getünchten Mauern der Háuser und von der weifien Erde. Man sah den Kirchturm nicht; er war im Weifi verschwunden. Nur die rundén Lukén seiner Glockenstube hingen wie grofie, dunkle Augen in der Luft, und sein grünes, spitz aufgezogenes Dach, auf dessen steilen Kupferplatten der Schnee nicht haften konnte, schien unter dem Himmel zu schweben, als wár's die sichtbare Haube eines Riesen, der unsichtbar inmitten des weifien Tales stand. Wie kait die Náchte noch immer waren, das sah man an den grófi geblátterten Kristallen, die überall im Nachtfrost aus der Schneedecke hervorgeblüht waren, als hátte auch der eisige Winter seine Blumen. Sie glitzerten mit kaltem Schimmer über allém Grund; doch in den reinen, stillen Lüften, deren blaue Wunderglocke sidi wolkenlos über die weifien Berge spannte, und in der linden Sonne der Mittagsstunden spürte man schon eine leise Ahnung des Frühlings, welcher kommen wollte. Manchmal fielen kleine Schneeklumpen von den Báumen nieder, immer wieder klang das den Bach bedeckende Eis, und an den verschneiten Hecken flogen die winzigen Schopfmeisen aus und ein. ,Die merken halt auch schon, dafi die gute Zeit nimmer weit is! So schien der Waldhofer-Roman zu denken, als er auf der Strafie stehen blieb, um láchelnd eine Weile das Spiel der kleinen Vögel zu betrachten, die sidb der Sonne freuten und dabei im Schnee der Strafie ihre Flügel badeten.