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Rom, 1500. Alles war geschlichtet. Jeder ordentliche Mensch konnte das grofíe Jubelfest freudig begehen. Es gab bei gerechtem Nachdenken nicht einen Streitfall, den der Heilige Vater oflfengelassen hatte, nicht eine Ungewifiheit, die man hinübernehmen müíke in das neue Jahrhundert. Kraft apostolischer Gewalt war eine Trennungslinie vom Nordpol zum Südpol gezogen, hundert spanische Seemeilen westlich der Azoren. Alle entdeckten und noch zu entdeckenden Lánder und Inseln im Westen, von dieser Grenze aus gerechnet, waren fortan den spanischen Majestáten untertan; das, was jenseits dieser Linie lag, war portugiesischer Anteil an der neuen Welt. Entschieden war der Streit um die Unbefleckte Empfángnis der Mutter Maria. Durch eine pápstliche Verordnung wurde verkündet: Verdammt sind alle, die behaupten, Maria habe in Erbsünde empfangen, Anhánger dieser Meinung sind als Irrgláubige und Gottlose anzusehen. Alle Schriften, die irgendeinen Zweifel daran aufkommen lassen könnten, sollten beseitigt werden. Der Inhalt der Bulle war so abgefafít, dafi auch die Dominikaner, die nicht ganz damit übereinstimmten, nicht gekránkt wurden. Vorbei war die Zeit, da die beiden gröfíten Orden verfeindet waren wegen der Empfángnis der Maria. Friede, Freude, Dankgebete; Dominikaner sangen neben Franziskanern. Alles war geschlichtet; es mochte höchstens Menschen ' geben, die sich über die Reihenfolge der geschlichteten Angelegenheiten ihrer Bedeutung nach nicht im klaren waren. Manche Leute in Rom, solche mit Weitblick, legten dem Ende des Dominikanermönchs Brúder Girolamo Savonarola in Florenz wenig Gewicht bei, sie fanden es