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DEM ANDENKEN MEINES HEIMGEGANGENEN KINDESSie Stieg hernieder auf die Erde, Wie von der Sonne fällt ein Strahl. Und schwand hinweg von dieser Erde, Wie er verglüht im dunklen Tal.Der Blume gleich im Frühlingshage, An Leib und Seele sonder Fehl, War sie die Freude meiner Tage, Mein Sorgentrost und mein Juwel.Kein Wölklein, das sich nicht zerteilte Vor ihrem sonnigen Gesicht, Und wo sie ging und wo sie weilte. Da war die Wärme, war das Licht.Sie lächelte: Man mußte lieben. Ein Blick: Und sie gewann ein Herz . . Und ach, was ist von ihr geblieben? Ein kleines Grab, ein großer Schmerz.L. G.fFrühling im Bergwald! Er kennt die Blumen nicht, die der Lenz über die Wiesen des Tales streut, kennt nicht die linden Lüfte, die spielend durch blühende Hecken streichen, und nicht das liebliche Gezwitscher der heimgekehrten Schwalben, die unter gastlichem Dach ihre Nester bauen. Frühling im Bergwald! Das ist Brausen und Sausen, Toben und Donnern, Sturm und Tod. Uber dem Bergwald liegt der Winter wie ein grauenhafter Riese, und der Frühling, der ihn scheuchen will, muß kommen als ein gewaltiger Held, muß töten und zerstören, bevor er bauen kann und neues Leben wecken aus eisigem Schlaf.Hodi in den steilen Felsen krachen ohne Unterlaß die stürzenden Lawinen, über die Halden fährt der stürmende Föhn mit dumpfem Sausen, mit seinem heißen Atem schnaubt er über den schwindenden Schnee, im Walde packt er die alten mächtigen Fichten und rüttelt sie, daß sie erbeben in ihrem Mark. Und was sie tragen an morschem Gezweig, das bricht er ab von ihnen und führt es davon in jagendem Wirbel. Ein Rieseln und Gurgeln, immer und überall; auf jedem Hange bildet sich ein springender Bach, über alle Felsen plätschern die Wasser, zu denen der Schnee zerschmolzen; alle Wurzeln umspülen sie und sammeln sich zum tobenden Gießbach, der den Bergwald säubert von allem Unrat, jeden kranken, schwachen Baum zerschmettert und nur bestehen läßt, was stark ist und gesund. Die Felsklötze, die der Winterfrost von der Steinwand sprengte, kommen ins Wandern, wenn der Schnee zerrinnt; sie stürzen und sausen nieder durch den Bergwald in dröhnenden Sprüngen, mit Krachen und Schmettern; und wo sie im Sturz die Erde treffen, da pflügen sie den Grund, damit