Bővebb ismertető
Da sitzt einer über seiner Schreibmaschine, raucht zuviel, bläst Staub von den Tasten, beißt in einen Apfel und denkt an Schiller dabei, starrt auf das leere Papier und dann auf die Uhr, kratzt an dem verklebten kleinen a herum, bis es wieder sauber ist, hat schon wieder eine Zigarette in Brand und nennt das alles Arbeit.
Er lauert auf einen Gedanken.
Der Gedanke steckt den Kopf um die Ecke, zögert noch, zögert lange, aber endlich kommt er näher.
Er kommt!
Macht er noch einen einzigen Schritt, einen winzigen Schritt, dann schnappt die Falle zu, dann ist er ausgedacht, und ein Mann schlägt ihn ans Papier.
Robert Iswall wartete an diesem Morgen fast zwei Stunden auf die erste Beute. Er war nicht ungeduldig, aber als er den Gedanken kommen hörte, war er doch froh. Der Anfang war immer das schwerste, und hier kam nun der Anfang.
Dann läutete es an der Tür. Auf dem Läufer im Korridor lag ein gelbes Kuvert mit einem roten Posthorn darauf, einem Posthorn mit Blitzen an Stelle der Troddel.
Robert Iswall mochte keine Telegramme. Er konnte sich kaum an eines mit angenehmem Inhalt erinnern. Störender Besuch, böse Mahnungen, jäher Tod — das reiste per Depesche und erschreckte.
Robert las:
MIT AUSLAUFEN SEMESTER SCHLIESSUNG ABF
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VORGESEHEN STOP ABSCHLUSSFEIER GEPLANT STOP KANNST DU REDE HALTEN STOP MEIBAUM STOP DIREKTOR.
Das war Meibaum. Mitten im Winter ein Telegramm, weil am Semesterende eine Rede gehalten werden mußte — in einem halben Jahr. Nur keine gemütlichen Briefe; immer dringlich, das wirkt.
Mit Auslaufen Semester. Jochen Meibaum glaubte sicher, Robert Iswall werde sich nun das ganze Frühjahr hindurch bis in den tiefen Sommer damit herumplagen, eine Rede zu bauen, auf daß die Abschlußfeier auch ja in die richtige Länge komme.
Man müßte das einmal machen, dachte Robert, wenn man nur die Zeit dazu hätte, und wenn die anderen dir dann auch die Zeit gäben, das Ding zu verlesen. Er malte sich aus, wie das wäre: Er hinter einem festlich geschmückten Katheder über einem mehrbändigen Manuskript voller Sätzen, wie „Bevor ich nun meine einleitenden Bemerkungen abschließe und mich dem ersten Hauptpunkte zuwende, will ich den eben erwähnten Ausführungen Pestalozzis über die Persönlichkeit noch wenige Fußnoten hinzufügen "
Er sah die Aula vor sich und in den ersten Reihen auf vergoldeten Stühlen die Würdenträger der Universität, die Magnifizenz und die Spectabiles, in satt leuchtenden Talaren und mit güldenen Ketten um den Hals und die Baretts auf den Knien oder schon unter den Füßen und die Augen in den faltigen Gesichtern zwischen Schlaf und Hoheit, und er hörte sich dröhnen: „Hier, in diesem erhabenen Saale mit seinem spätbarocken Glanz, in diesem Meisterwerke des Mathematikprofessors Andreas Mayer, in diesem Räume, einem der selten gewordenen architektonischen Schaustücke des einstmals so reichen hansischen Nordens, in diesen kunstreich verzierten Mauern, in welchen sich — und ich zitiere den gelehrten Bibliothecarius Däh-nert — ,in welchen sich die Brustbilder der vier glorwiirdi-gen Herzoge Wartislaf des IX., der die Akademie gestif-
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