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I.
Is war "Wang Lungs Hochzeitstag. Als er im Dunkel seiner Bettvorhänge die Augen öffnete, fiel es ihm ^ nicht gleich ein, warum ihm die Dämmerung anders ersdiien als sonst. Das Haus war still bis auf das leise keuchende Husten seines alten Vaters, dessen Zimmer dem seinigen gegenüber jenseits des Mittelraumes lag. Am Morgen war das Husten des alten Mannes stets das erste Geräusdi, das an Wang Lungs Ohren drang. Gewöhnlich blieb er lauschend liegen, bis es näher kam und er die Türe des Zimmers, in dem der Alte sdilief, knarren hörte.
An diesem Morgen wartete er nidit. Er sprang auf und schob die Gardinen zur Seite. Es war trüb und dämmerig und durch das winzige viereckige Fenster, vor dem ein zerfetzter Papiervorhang flatterte, schimmerte ein Stückchen bronzefarbigen Himmels herein. Er ging zum Fensterloch und riß das Papier weg.
„Es ist Frühling und idi brauche keinen Vorhang mehr", murmelte er.
Er wünsdite, das Haus möge an diesem Tage ordentlich und sauber aussehen, aber er wollte sich dies nicht eingestehen. Das Loch ließ gerade Raum für seine Hand. Er streckte sie aus, um die Luft zu prüfen. Von Osten her wehte ein sanfter Wind, der warm und regenschwanger war. Das war ein gutes Omen. Die Felder brauchten Regen, um Frucht zu tragen. Heute würde es freilidi noch nicht regnen, aber wenn der Wind anhielt, mußte er in einigen Tagen Feuchtigkeit bringen. So war es gut. Gestern erst hatte Wang Lung zu seinem Vater gesagt, daß die Ähren des Weizens leer bleiben würden, wenn der ewige Sonnenschein kein Ende nehme. Nun hatte es den Anschein, als
1 Die gute Erde I