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Ich war an einem schönen Maientag, Ein halber Knabe noch, in einem Garten Und fand auf einem Tisch ein altes Buch. Ich schlug es auf, und wie der Höllenzwang, Der, einmal angefangen, wär es auch Von einem Kindermund, nach Teufelsrecht, Trotz Furcht und Graun, geendigt werden muß, So hielt dies Buch mich fest. Ich nahm es weg Und schlich mich in die heimlichste der Lauben Und las das Lied von Siegfried und Kriemhild. Mir war, als saß ich selbst am Zauberborn, Von dem es spricht: die grauen Nixen gössen Mir alle ird'schen Schauer durch das Herz, Indes die jungen Vögel über mir Sich lebenstrunken in den Zweigen wiegten Und sangen von der Herrlichkeit der Welt. Erst spät am Abend trug ich starr und stumm Das Buch zurück, und viele Jahre flohn An mir vorüber, eh ich's wieder sah. Doch unvergeßlich blieben die Gestalten Mir eingeprägt, und unauslöschlich war Der stille Wunsch, sie einmal nachzubilden, Und wär's auch nur in Wasser oder Sand. Auch griff ich oft mit halb beherztem Finger, Wenn etwas andres mir gelungen schien, Nach meinem Stift, doch nimmer fing ich an. Da trat ich einmal in den Musentempel, Wo sich die bleichen Dichterschatten röten, Wie des Odysseus Schar, von fremdem Blut. Ein Flüstern ging durchs Haus, und heil'ges Schweigen