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URSPRUNG, ENTWICKLUNG UND BEDEUTUNG DER MYTHENI. MYTHEN UND MYTHOLOGISCHE SYMBOLEEin halbes Jahr vor den großen Märztagen 1848 schrieb Sándor Petőfi in einem poetischen Brief an Gábor Kazinczy, seinen Freund und Mitkämpfer um die Freiheit des ungarischen Volkes:Dort ächzt, ein neuer Prometheus, das versklavte Volk seit tausend Jahren schon, und Geier hacken ihm die Leber aus, und Ketten reiben Hand und Füße wund.Dies dichterische Bild weist auf eine mehrere tausend Jahre alte Sage der antiken Griechen hin. In den griechischen Sagen, zu denen auch die von Prometheus gehört, treten neben Helden mit übernatürlichen Fähigkeiten auch Götter und Göttinnen auf, die man sich ewig jung und unsterblich vorstellte. Solche Überlieferungen, die von Göttern und Helden meist göttlicher Abstammung mit übernatürlichen Fähigkeiten handeln, werden mit einem aus dem Griechischen abgeleiteten Wort Mythen genannt, und ihre Gesamtheit sowie auch die sich mit ihnen befassende Wissenschaft heißen Mythologie. Um also die angeführten Zeilen Petőfis - und viele andere, auf ähnliche Sinnbilder hindeutende Schöpfungen der Weltliteratur - ganz verstehen zu können, muß man sich an die Wissenschaft von den Mythen, an die Mythologie, um Aufklärung wenden.Von ihr erfahren wir, daß nach einer Sage der alten Griechen den Menschen von einem Verwandten der Götter, dem bereits erwähnten Prometheus, Schutz und Hilfe zuteil geworden seien. Die Menschen bedurften zunächst eines kraftvollen Freundes gar sehr. Sie waren unbeholfen und unwissend, hilflos den Mächten der Natur, schutzlos den wilden Tieren ausgeliefert, von denen sie sich noch kaum unterschieden, höchstens insofern, als sie ungeschickter und wehrloser waren als die meisten Tiere. Da erbarmte sich Prometheus der Menschen, und er schenkte ihnen das Feuer, das bis dahin die glücklichen Götter allein besessen hatten. Prometheus' Gabe erhob den Menschen über die Tierwelt. Fror es ihn, vermochte er nun ein Feuer zu entzünden, und auf dem Feuer konnte er sich eine des Menschen würdige Nahrung bereiten. Während bisher eine feuchte Höhle oder eine dürftige Holzhütte sein Unterschlupf gewesen waren, brannte er nun aus Lehm Ziegel und baute sich daraus ein festes Haus. Er schmolz die im Schöße der Erde verborgenen Erze und schmiedete sich Waffen und Werkzeuge. War der Hirsch schnell, so waren die mit einer Metallspitze versehenen Pfeile und Wurfspieße, mit denen