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DUfU Deutschunterricht für Ungarn 3-4/2000 [antikvár]

Anna Garai, Enikő Fodor, Magdolna Bartha

ELTE Germanisztikai Intézet , Megjelenés: 2000. január 01.
 
1. Einleitung Als in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989 Ostberliner ungehindert mit ihren Trabis nach Westberlin fuhren und junge Leute auf der Berliner Mauer Sekt tranken, waren die Deutschen tatsächlich für einen Augenblick „das glücklichste Volk der Welt", wie es ihr Kanzler Helmut Kohl sagte. Aber wie dem Rausch die Katerstimmung, so folgte dem Enthusiasmus über die politische Einigung bald die Ernüchterung. Von westdeutscher Seite aus betrachtet, war die ehemalige DDR ein marodes Gebilde, das es mit viel Geld zu...
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1. Einleitung Als in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989 Ostberliner ungehindert mit ihren Trabis nach Westberlin fuhren und junge Leute auf der Berliner Mauer Sekt tranken, waren die Deutschen tatsächlich für einen Augenblick „das glücklichste Volk der Welt", wie es ihr Kanzler Helmut Kohl sagte. Aber wie dem Rausch die Katerstimmung, so folgte dem Enthusiasmus über die politische Einigung bald die Ernüchterung. Von westdeutscher Seite aus betrachtet, war die ehemalige DDR ein marodes Gebilde, das es mit viel Geld zu sanieren gilt. Und von ostdeutscher Seite aus gesehen, wurde den Bürgern vieles genommen, was zu ihrer alltäglichen Sicherheit und Geborgenheit gehörte: die Versorgung der Kinder im Kindergarten, die Wohnung, der Arbeitsplatz, die gesicherte finanzielle Existenz. Mit der plötzlichen Übernahme der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Strukturen bekamen auch die westlichen Kommunikationsformen und sprachlichen Verhaltensmuster Vorbildcharakter. Die Westdeutschen konnten weiterhin sprechen und schreiben wie zuvor, die Ostdeutschen mussten, wenn sie sich nicht auf das Leben in Subkulturen beschränken wollten, den Kommu- nikationsgewohnheiten des Westens anpassen (Eroms 1997, 7). Peter v. Polenz urteilt (1993, 139): „Nach der vorübergehenden Phase spontaner, sprachkreativer Befreiung von hochgradig ideologisierter, institutionalisierter und ritualisierter Sprache gerieten die neuen Bundes- bürger also in eine beispiellose sprachpolitische Situation, sich sehr rasch ein bisher nur oberflächlich rezipiertes oder imitiertes System öffentlicher Kommunikation total aneignen zu müssen, ohne in diesen Prozess viel Eigenes einbringen zu können." 2. Neue Kommunikationsanforderungen an die Ostdeutschen 2.1 Das Verlernen alter Wörter Auf einen Schlag waren die Wörter und Wendungen aus dem staatlichen Leben der DDR und diejenigen aus der marxistisch-leninistischen Ideologie verpönt. Zunächst einmal verschwanden die Bezeichnungen für die staatlichen Orga- nisationen, aber auch die Bezeichnungen für Berufe und soziale Rollen. Beispiele: Der Dispatcher (Kontrolleur der Zielvorgaben); der Ferienhelfer; die Frauen-Sonderaspirantin (Stipendiatin für eine Promotion), der Kandidat (für die SED), der Kulturobmann, der Neuerer (jmd. der/die sich in einem.

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Cím: DUfU Deutschunterricht für Ungarn 3-4/2000 [antikvár]
Szerző: Anna Garai , Enikő Fodor Magdolna Bartha
Kiadó: ELTE Germanisztikai Intézet
Megjelenés: 2000. január 01.
Kötés: Ragasztott papírkötés
Méret: 170 mm x 240 mm
Anna Garai művei
Enikő Fodor művei
Magdolna Bartha művei
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