Bővebb ismertető
Abschlußerklärung der Wiener Konferenz
vom 26. bis 28. November 1998
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Die Österreichische Akademie der Wissenschaften hat vom 26.-28. November
1998 die Konferenz „Kommunikationsverlust im Informationszeitalter" veran-
staltet, an der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus europäischen Län-
dern sowie aus Australien und den USA, aus Indien, Kanada und Südafrika teil-
genommen haben.
Die Wissenschaftler zeichnen ein dramatisches Bild der Entwicklung der
modernen Informationsgesellschaft:
Der rasante technologische Fortschritt führte und führt zu höheren Anfor-
derungen an die Kommunikationsfähigkeit des Individuums. Die europäischen
Bildungssysteme reagieren jedoch nur unzureichend auf diese Situation. Nur eine
Minderheit von Bürgern ist in der Lage, die Möglichkeiten der technologischen
Neuerungen effektiv zu nutzen und die Fülle von Information im „globalen Dorf
für die eigene Lebensgestaltung fruchtbar zu machen.
Auf diese Art wächst der „funktionale" oder „sekundäre" Analphabetismus.
Dieser äußert sich in der Unfähigkeit, Alltagstexte wie Rundfunknachrichten,
Gebrauchsanweisungen oder Beipacktexte zu verstehen. Er zeigt sich ebenso in
der zunehmenden Schwierigkeit, schriftliche Eingaben zu verfassen oder die tech-
nischen Möglichkeiten von Fax, E-mail oder Internet zu nutzen.
Der „funktionale" oder „sekundäre" Analphabetismus ist ein arbeitsmarkt-
politisches Problem. Den Betroffenen stehen bestenfalls unqualifizierte Arbeits-
plätze offen. In den „Guidelines for Employment 1997" der EU wird gerade die
„employability" als eine der Säulen aktiver Beschäftigungspolitik betont. Die aus-
reichende kommunikative Qualifikation von Arbeitskräften spielt in der Folge
eine entscheidende Rolle im wirtschaftlichen Wettbewerb.
Analphabetismus ist ferner ein demokratiepolitisches Problem: von Arbeits-
losigkeit bedroht, Verlierer der Modernisierung und Globalisierung, einge-
schränkt in ihrer Möglichkeit, am öffentlichen und politischen Leben teilzuhaben,
sind „spracharme" Menschen für vereinfachende, radikale Ideologien besonders
anfällig.
In grundsätzlichen Willenserklärungen (u.a. in den Verträgen von
Maastricht und Amsterdam sowie in der Entscheidung des Europäischen Rates
über ein Programm „zur Förderung der sprachlichen Vielfalt der Gemeinschaft in