Bővebb ismertető
Natalia Gorbel (Karelische Padagogische Universitat)
INTERKULTURELLER ANSATZ IM SPRACHGESCHICHTSEUNTERRICHT*
Der interkulturelle Ansatz. der beim Sprachunterricht schon zu einem Schlag-wort geworden ist, wird vor allém als eine kommunikativ-pragmatische Methode aufgefasst, die den gegenwartigen Kommunikationsschwierigkeiten vorzubeugen sucht. Die Interkulturalitát manifestiert sich aber auch auf der diachronischen Ebene. Bei der Bekanntschafit mit einer anderen Epoche stöBt man auf MiBver-standnisse nicht weniger als bei einer anderen Gesellschaft. Die ErschlieBung dieser MiBverstándnisse dient sowohl der Sprachvermittlung als auch der Kultur-vermittlung.
Das Wesen der Kultur wird dabei in Anlehnung an St. Merten verstanden: "Kultur ist nicht die Menge der materiellen und immateriellen Produkte , viel-mehr ein Prozess, sind Handlungen, die den bestimmten Handlungsschemata einer Gesellschaft entsprechen." (Merten, 36). Erweitert kann diese Bestimmung um die Aussagen des Kulturantropologen Cl. Geertz: "Kultur ist ein historisch überliefertes System von Bedeutungen 'die in symbolischer Gesta' auftreten, ein System übernommener Vorstellungen, die sich in symbolischen Formen aus-drücken, ein System, mit dessen Hilfe die Menschen ihr Wissen vom Leben und ihre Einstellungen zum Leben mitteilen, erhalten und weiterentwickeln" (zit. nach Merten, 21).
Die Kultur wird in drei Teilaspekten aufgefasst: 1) die soziale Seite, Gesellschaft, Institutionen und Rituálé; 2) die materielle Seite, Zivilisation, Artefakte und Fertigkeiten ihrer Herstellung und Verwendung; 3) die mentale Seite, Mentalitat, die in einer Kultur entwickelten Ideen und Werte sowie die Konven-tionen ihrer Darstellung und Verwendung.
Zeichen und Systemcharakter verbinden Sprache und Kultur. In den sprach-lichen sowie in den kulturellen Einheiten kommt das Weltbild einer Epoche zum Ausdruck.
Im Fremdsprachenunterricht lassen sich einige Richtlinien ausgliedern, die die Bekanntschaft mit früheren Kulturen ermöglichen, eine interkulturelle Brücke schlagen, was auch wesentlich zur Allgemeinbildung beitragt.
1. Sozialbedingte Lexik
Dabei wird der EinfluB der ethischen Begriffe des Mittelalters auf den seman-tischen Wert der heutigen Lexik untersucht. Ausgegangen wird von allgemein-