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Erster Teil Erstes Kapitel
Ein unbeschwerter Sommertag Zusammen mit ihrer Mutter saß Effi im Garten ihres herrschaftlichen' Hauses. Auf einem großen, runden Tisch lagen unzählige bunte Wollsträhnen, welche Mutter und Tochter für ihre Arbeit brauchten. Sie arbeiteten fleißig an der Herstellung eines aus vielen Einzelquadraten bestehenden AJtarteppiches. Die Wollnadel der beiden ging schnell hin und her und die Mutter ließ kein Auge von ihrer Arbeit. Effi hingegen machte öfters eine Pause, indem sie mit ihrer ganzen Energie Gymnastik machte. Effis Mutter sah manchmal flüchtig' von ihrer j\rbeit auf und sah stolz auf ihre Tochter. Effi trug ein blau-weiß gestreiftes Leinenkleid mit einem breiten Matrosenkragen. Sie war ein hübsches Mädchen und ihre braunen Augen strahlten Klugheit^ und Herzensgüte aus.
Während Effi noch bei ihren Übungen war, kamen drei Mädchen den Kiesweg entlang in den Garten. Mit ihren Sonnenschirmen grüßten sie zu Effi herüber und liefen dann zu Frau von Briest, um ihr die Hand zu küssen. Mit den Worten: „Ich habe noch zu tun, und das junge Volk ist ja gerne unter sich!", lud sie die Mädchen ein, ihnen wenigstens eine halbe Stunde Gesellschaft zu leisten. Schnell stieg sie die Steintreppe hinauf, die in den Seitenflügel des Hauses führte und ließ die Mädchen alleine.
Bertha und Hertha waren Zwillinge und die Töchter des Kantors Jahnke. Die dritte junge Dame war Hulda Niemeyer und des Pastors einzige Tochter. Sie war damenhafter"* als die Zwillinge aber sie war langweilig
1 herrschaftlich: prächtig
2 flüchtig: kurz
3 e Klugheit: e Intelligenz
4 damenhaft: fraulich, fein