Bővebb ismertető
Das Buch Das Liebesgedicht ist wohl eine der ältesten literarischen Formen, individuelle Gefühle zu artikulieren. Während Männer darin neben höchster literarischer Sublimierung immer schon konkrete sinnliche Erfahrungen zum Ausdruck gebracht haben, war dies den Frauen meist verwehrt. Aus der so reichhaltigen antiken Liebesdichtung kennen wir doch nur den Namen einer einzigen Frau, Sappho, und im Mittelalter spielen Frauen in der weltlichen Dichtung keine Rolle und wagen, wie Hildegard von Bingen, erotische Ausdrucksformen nur zu wählen, wenn sie religiöse oder mystische Inhalte darstellen. Die Neigung zur Sublimierung und metaphorischen Verkleidung ist bis in die Gegenwart erhalten geblieben, aber heute sprechen auch immer mehr Frauen immer offener und unbekümmerter über ihre Empfindungen. Die vorliegende Sammlung umfaßt deutschsprachige Gedichte aus einem Zeitraum von etwa 200 Jahren. Sie beginnt mit Marianne von Willemer und Karoline von Günderode und führt über große Namen des 19. und 20. Jahrhunderts wie Ricarda Huch, Nelly Sachs, Gertrud Kolmar und Ingeborg Bachmann bis in die Gegenwartsliteratur, die naturgemäß den größten Raum einnimmt.