Bővebb ismertető
VORWORT
Die vorliegende Neuausgabe beansprucht nicht, als streng genommen kritische Ausgabe zu gelten, d. h. sämtliche Bemerkungen zu umfassen, die sich aus einer minutiösen Vergleichung der vorhandenen verschiedenen Fassungen und aus einer Überprüfung der musikalischen Texte nach den allenfalls existierenden phonographischen Aufnahmen oder nach den hinterlassenen Notierungen Bartóks ergeben könnten. Wir dachten, es genüge augenblicklich die Texte so wiederzugeben, wie Bartók sie dem Druck anvertraut hat. Zugleich halten wir es jedoch für nötig die von uns im Laufe der Durchsicht und der Vergleichung mit dem Autograph gefundenen oder von Bartók nachträglich berichtigten Druckfehler, wie auch offenkundige Ungenauigkeiten anzumerken. Auch haben wir Verzeichnisse angeschlossen, welche den Gebrauch des Bandes erleichtem oder eine Vorstellung von seinem Inhalt vermitteln.
Die Neuausgabe scheint uns durch jenen Umstand gerechtfertigt, daß die Originaledition nur eine beschränkte Anzahl von Exemplaren umfaßte, diese aber seit langem vergriffen sind. Es könnte eingewendet werden, daß die nun schon mehr als 40 Jahre alten Thesen Bartóks durch den gegenwärtigen Stand der Kentnisse und Methoden der Volksmusikforschung überholt sind, ja auch seine eigenen Auffassungen sich fortgesetzt entwickelt hatten, so daß er, wäre ihm die Möglichkeit dazu geboten, wahrscheinlich selbst gewisse Behauptungen überprüft, andere Hypothesen aufgestellt und gewisse Gesichtspunkte geändert hätte. Dessen ungeachtet, dürfte es äußerst nützlich sein, seine erste Zusammenfassung dieses Materials kennenzulernen und von einem Buch Kenntnis zu nehmen, das einen Markstein des Studiums der Interpretation dieses Materials darstellt. Zieht man einerseits die schwierigen Umstände in Betracht, unter denen Bartók arbeitete, die mehr als bescheidenen Mittel, über die er zumeist gebot, und gibt man sich andererseits die Mühe, sein Werk näher zu prüfen, so ist man vom Ergebnis betroffen: eine derartige Kraft der Intuition mit solcher methodischer Strenge verbunden, eine derartige Klarheit der Darstellung drängen einfach den Schluß auf, es handelt sich nicht bloß um die Arbeit eines Bahnbrechers, sondern um das Werk eines Genies, um einen Wendepunkt in der Geschichte seines Gegenstandes.
Wir möchten demnach hoffen, daß diese Neuausgabe nicht nur von jenen, die an der Materie selbst interessiert sind, sondern auch von denen freundlich aufgenommen wird, die das Wechselspiel studieren möchten, wie es zwischen der schöpferischen Phantasie Bartóks und seinen wissenschaftlichen Ansichten feststellbar ist, d. h. den Einfluß, den seine Musik seitens der Bauemmusik