Bővebb ismertető
VORBERICHTVon den vier ethnomusikologischen Werken Bartóks, die wir neu herausgeben, vertritt keines so sehr den dokumentarischen Standpunkt, wie das vorliegende. Dies nicht allein in dem. Sinne, daß dieses Faksimile das persönliche Exemplar Bartóks wiedergibt und in seine Arbeitsmethoden einführt, sondern hauptsächlich deshalb, weil das Werk selbst ganz besonders interessant und wertvoll ist. Kann von den übrigen Buchwerken Bartóks gesagt werden, sie böten wirkungsvollere Resultate und bezeichneten entscheidendere Etappen dessen, was die Entstehungsgeschichte der ethnomusikologischen Disziplin zu nennen wäre, so bezeichnet ,,Cântece poporale româneçti din comi-latul Bihor, Chansons populaires roumaines du département Bihar" tatsächlich den ersten Versuch Bartóks auf diesem Gebiet und stellt seine erste vertiefte Fühlungnahme mit der rumänischen Folklore und den Problemen, die sie bietet, dar.Nach einer Mitteilung Frau M. Zieglers scheint die Aufmerksamkeit Bartóks von gewissen in Siebenbürgen lebenden Mitgliedern ihrer Familie, denen er ungarische Volkslieder eigener Sammlung zu hören gab, auf das rumänische Volkslied gelenkt worden zu sein. Die ältesten Aufzeichnungen rumänischer Volkslieder, die ich bisher gefunden habe, sind vom Oktober 1908 datiert; sie sind ohne Phonograph aufgezeichnet, was darauf hindeuten könnte, daß es sich nur um gelegentliche Notationen handelt. Unmittelbar danach (Juli-August 1909) folgt die erste Forschung in einigen Ortschaften des Komitates Bihar, diesmal eine systematische Forschung, deren Ertrag hier vorliegt.^ Aus welchen Gründen er sich zuerst für dieses Komitat und die Ortschaften der Umgebung von Beiuç entschlossen hatte, wissen wir nicht. Eine naheliegende Erklärung ergibt sich indessen, wenn man zwei Tatsachen miteinander in Zusammenhang bringt, deren erste Bartok im Vorwort dieses Buches angedeutet hat: er dankt darin I. Busitia, dem Professor am Beiuçer Gymnasium, für die ihm geleistete Hilfe. Die andere Tatsache wurde mir von Kodály mitgeteilt, der mir erzählte, er habe einmal beim Betreten des Professorensaales der Musikakademie Bartók im Gespräch mit einer jungen Dame angetroffen, die er ihm als Frau Buçitia aus Beiuç vorstellte; sie bereitete sich an der Akademie für das Musiklehrerdiplom vor. Als Bartok erfahren hatte, daß sie Rumänin sei, bat er sie, ihn dort zwecks Klärung eines rumänischen Textes, wahrscheinlich einer Volksweise, zu treffen. Kodály meinte, sie sei és ge-' J. Demény: Bartók Béla levelel (Béla Bartóks Briefe). Zeneműkiadó Vállalat. Budapest 1955. Brief an O. Beu, S. 112: ,,[. . .] Begonnen habe ich die Sammlung rumänischer Volksmusik im Sommer 1909 in der Umbegung von Beiuç: (. . .]" Die Gegend, in der Bartók die in dieser Ausgabe enthaltenen Volkslieder gesammelt hat, heißt ungarisch Bihar, rumänisch Bihor, daher die zweierlei Schreibwelse des Wortes.