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CHARLES NODIER DIE LIEBE UND DAS ZAUBERBUCH
Eine phantastische Geschichte
Seien Sie nicht zu sehr in Unruhe versetzt, meine geneigten, seelenvollen Zuhörerinnen, daß der Titel meines Geschichtchens brandstifterisch wirken könnte. Ich glaube, wie ich Ihnen gleich schwarz auf weiß zeigen darf, daß ich mich nicht verdammt zu fühlen brauche und daß es sich hier schlimmstenfalls um einen kleinen Gewissensfall handelt, dem jeder Dorfpfarrer ohne weiteres seine Absolution erteilen würde; und damit wäre er auf gütliche Art wieder aus der Welt geschafft. Aber nun ja, man kommt schließlich immer mehr in die Jahre, und das geht rasch, wo unsereinen die Welt nicht mehr so recht amüsieren will. Und ich bin gar nicht so böse darüber, daß mein Herz nun frei ist vom letzten Gewissenszweifel. /.
Lassen Sie mich denn Ihnen hier beichten, daß ich zwei große, fast kindlich-töricht zu nennende Leidenschaften in meinem Leben hatte, die mich eigentlich nicht wieder losließen.
Die erste dieser beiden großen kindlichen Leidenschaften meines Lebens war die Lust, mich als Helden in einer ganz phantastischen Geschichte wiederzufinden - mit des Fortunatas Glückshütlein auf dem Kopf, in des Menschenfressers Stiefeln steckend - oder in aller Einfalt auf dem Goldenen Zweig zu hocken, Seite an Seite mit dem Blauen Vogel. Sie werden mir sagen, so ein Geschmack sei kaum entschuldbar bei einem Manne, der für vernünftig gehalten werden will und sich wissenschaftlich hinreichend gründlich betätigt hat. Aber das war eben meine ,Manie'.
Die andere große kindliche Leidenschaft meines Lebens war der Ehrgeiz, ehe ich von der Welt gehe, noch so eine gute phantastische Geschichte zustande zu bringen, eine ganz ex-