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In der Londoner Underground tat sich nicht viel um diese Zeit - zwischen Mittagspause und Büroschlufi als Katié O'Briens Violine die letzten klagenden Töne eines Noc-turne von Chopin durch den gekachelten Korridor schweben liefl.Áufíerst selten schwebte in den Gangén der Wembley-Knotts-Station etwas anderes durch die Luft als ein Wind, in dem man den Rufí schmecken konnte. Katié zupfte an den Saiten und überlegte sich, was sie als náchstes spielen sollte. Niedergeschlagen inspizierte sie den offenen Geigenkasten: Paganini hatte ihr keine einzige Zehn-Pence-Münze einge-bracht, Beethoven auch nicht. Uberhaupt war zu den paar Münzen, die sie selbst hineingelegt hatte, nur eine einzige hin-zugekommen, ein Fünf-Pence-Stück von einem verwahrlo-sten, neunjáhrigen Jungen, der aussah, als hatte er sich besser Milch dafür gekauft. Doch er hatte Katié zwei ganze Minuten lang seine uneingeschránkte Aufmerksamkeit geschenkt und dabei rhythmisch den Kopf hin und her gewiegt, als wáre ein kleiner Dirigent darin eingesperrt. Ohne zu lácheln hatte er dann seine Münze hingelegt und war weitergegangen, bis er schliefílich vom Labyrinth der graubraunen Gánge ver-schluckt wurde. In der letzten Viertelstunde war der Junge ihr einziger Zuhörer gewesen. Charing Cross, King's Cross oder Piccadilly hátten bestimmt mehr eingebracht, wáren aber auch viel gefáhrlicher gewesen. In diesen Bahnhöfen wim-melte es gewöhnlich nur so von Bulién. Sie schienen nichts Besseres zu tun zu habén, als den Strafienmusikanten das Le-