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Der Gazelle gleich befrei' dein Leben aus den Schlingen, mit Schwingen versehn in Tat und Sinn und Schau. (Andreas von Kréta) Er lebte auf Flügeln .. Schöneres konnte Jean Paul über einen Menschen nicht sagen, aber auch nichts, was mehr Bewunderung ausgedrückt hatte. Denn Flügel und fliegen, das Aufsteigen über die Erde in Ballon oder Luftschiff, das sind die ihm eigentümlichen Bilder für die höchsten .Möglichkeiten des Menschen überhaupt. Bilder, die man Visionen nennen möchte, die einen zentralen Platz im Denken und Fühlen des Dichters habén und die er weniger erschafft als selbst erblickt. Auf Flügeln lebt der Mensch, der sich nicht in die Zufálligkeiten des Lebens, seien sie gut oder schlecht, verstricken láBt, sondern der die Kraft hat, sich über sie zu erheben. Aber dieses Bild vom Fliegen hat auch eine Kehrseite, die tief im Erieben Jean Pauls verwurzelt ist. Es steckt namlich in diesem Wort auch der Begriff des Flüchtigen und Unbestándigen. Alles Irdische, alles menschliche Leben ist der Zeit unterworfen, alles verflüchtigt sich, nichts scheint Bestand zu habén. Bedrángt von dieser erschreckenden Empfindung hat Jean Paul die Unwirklichkeit des menschlichen Daseins immer wieder als Traum, Maskerade und Theater beschrieben. Die niemals nachlassende Sehnsucht, sich aus den Niederungen des in jeder Hinsicht hinfálligen Lebens zu erheben und die stets gegenwartige Empfindung für eben diese Hinfalligkeit - das waren die beiden Grund-