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Jenseits der Grenze [antikvár]

Alistair MacLean

 
Gleichmäßig und unablässig blies der Wind aus Norden, und die Nachtluft war bitter kalt. Nichts bewegte sich über die weite Schneefläche. Unter dem hohen Himmel, an dem die Sterne schimmerten, dehnte sich die winterlich starre Ebene, leer und verlassen, endlos nach allen Seiten, bis sie in der Ferne undeutlich verging an einem unbelebten Horizont. Über allem lag das Schweigen des Todes.Doch diese Leere war eine Täuschung, das wußte Reynolds. Und auch das Schweigen und die Einsamkeit waren trügerisch. Nur der Schnee war real, der...
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Gleichmäßig und unablässig blies der Wind aus Norden, und die Nachtluft war bitter kalt. Nichts bewegte sich über die weite Schneefläche. Unter dem hohen Himmel, an dem die Sterne schimmerten, dehnte sich die winterlich starre Ebene, leer und verlassen, endlos nach allen Seiten, bis sie in der Ferne undeutlich verging an einem unbelebten Horizont. Über allem lag das Schweigen des Todes.Doch diese Leere war eine Täuschung, das wußte Reynolds. Und auch das Schweigen und die Einsamkeit waren trügerisch. Nur der Schnee war real, der Schnee und diese eisige Kälte, die ihm bis ins Mark drang und ihn am ganzen Körper so heftig erzittern ließ, als ob ihn ein Fieber schüttelte. Auch das Gefühl der Schläfrigkeit, das ihn allmählich überkam, war keine Illusion, war real, und er wußte nur allzu genau, was es zu bedeuten hatte. Mit verbissener, ja mit geradezu verzweifelter Energie unterdrückte er jeden Gedanken an Kälte, Schnee und Schlaf und konzentrierte sich ausschließlich auf das Problem, am Leben zu bleiben.Langsam und mit größter Vorsicht, um jede unnötige Bewegung, jedes Geräusch zu vermeiden, schob er die Hand unter die Aufschläge seines Trenchcoats und holte aus seiner Brusttasche sein Taschentuch, das er zu einem Ball zusammendrückte und sich in den Mund stopfte, um die Wolken, die sein Atem in der kalten Luft bildete, und das Klappern seiner Zähne zu dämpfen. Dann drehte er sich in dem tiefen Schnee des Straßengrabens, in den er gefallen war, vorsichtig um und streckte die Hand sie war inzwischen durch die Kälte seltsam blau und weiß gefleckt suchend nach seinem Hut aus, den er verloren hatte, als er vorhin vom Baum gefallen war. Er fand ihn und zog ihn langsam zu sich heran. So gründlich, wie seine erstarrten Finger, in denen kaum noch ein Gefühl war, es ihm gestatteten, bedeckte er Kopfteil und Rand des Hutes mit einer dicken Schneeschicht, stülpte sich den Hut tief über seinen verräterisch dunklen Haarschopf und hob in geradezu groteskem Zeitlupentempo Kopf und Schultern, bis erst der Hutrand und dann seine Augen über den Rand des Grabens sahen.Obwohl er vor Kälte heftig zitterte, war jeder Muskel seines Körpers so straff gespannt wie die Sehne eines Bogens, während er, mit einem flauen Gefühl in der Magengrube, auf den lauten Ausruf wartete, der bedeutete, daß man ihn entdeckt hatte, oder auf den Schuß und das dumpfe Krachen, mit dem ein Geschoß seinen Kopf als Ziel fand und sein Bewußtsein auslöschte. Doch es kam kein Ruf, kein Schuß, und sein Bewußtsein wurde mit jedem Augenblick, der verging, nur noch wacher und schärfer. Er warf einen raschen, spähenden Blick rings in die Runde, und soviel schien völlig sicher:

Termékadatok

Cím: Jenseits der Grenze [antikvár]
Szerző: Alistair MacLean
Kiadó: Wilhelm Heyne Verlag
Kötés: Ragasztott papírkötés
ISBN: 3453000706
Méret: 110 mm x 180 mm
Alistair MacLean művei
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Vélemény:
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