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Einleitung. I. Des Diehters Leben. Die zuverlássigen Nachrichten über den Lebensgang des grofsen englischen Dramatikers William Shakspere sind verháltnismáfsig áufserst dürftig. Diese immerhin betrübende Erscheinung erklárt sich einesteils daraus, dafs man vor 300 Jahren nicht wie heute gewöhnt war, alle Einzelheiten des Lebens bedeutender Mánner sorgfáltig zu berichten und aufzuzeichnen, noch mehr aber daraus, dafs kurz nach Shaksperes Tode eine düstere Rlchtung in England zur Herrschaft kam, die, aller fröhlichen Kunst und namentlich der Bühnendichtung abgeneigt, nichts dafür tat, die Erscheinung des grofsen Bühnendichters im Volksbewufstsein lebendig zu erhalten. Shakspere geriet in seinem eigenen Yaterlande fast gánzlich in Yergessenheit, aus welcher seine Werke erst in einer viel spáteren Zeit errettet worden sind, seine Persönlichkeit aber nie mehr ganz errettet werden kann. Die Familie Shakspere war seit der Regierungszeit Heinrichs VII. (1485 - 1509) in der Grafschaft Warwiek ansássig und begütert. Ein Mitglied derselben soll in der Schlacht bei Bosworth (1485) gegen Richárd III. tapfer gefochten habén und dafür von Heinrich VII. mit einem Wappen begnadet worden sein.