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Einleitendes über den Choral
1.(Begriff und Name.) Als gregorianischen Choral (Cantus gregoriánus) bezeichnet man jene einstimmigen Gesänge, welche die katholische Kirche bei der Feier der Messe und des Offiziums verwendet, und die sie als eigentliche Kirchengesänge (cantus ecclesidstici) in ihre offiziellen liturgischen Bücher (Missale, Oraduale, Antiphonale, Responsoriale) aufgenommen hat.
„Gregorianisch" nennt man diese Gesänge nach dem heiligen Papst Gregor d. Gr. (f 604), der der Überlieferung gemäß die liturgischen Gesänge sammelte und systematisierte.
2. (Charakteristik.) Der gregorianische Choral bildet eine eigene Musikgattung. Seine besonderen Merkmale sind (im Unterschied von der modernen Musik):
a) absolute Einstimmigkeit in der melodischen Form und in den Ausdrucksmitteln;
b) strenge Diatonik der Melodie und der zugrunde liegenden Tonleitern (s. § 1, 2 und § 5);
c) Unteilbarkeit der Zeiteinheit (= Dauer der gewöhnlichen Choralnote);
d) „freier Rhythmus", in dem sich die Melodien bewegen (s. § 7);
e) eigene Notenschrift.