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0 Einführung Das Kapitel versucht, die Entwicklung der deutschen Literatur nach 1945 nachzuzeichnen. Die Gruppierung der Texte orientiert sich weitgehend an der Chronologie der Veröffentlichung und veranschaulicht somit die Entwicklung der deutschen Literatur nach dem 2. Weltkrieg (1.1 - 1.3) über die fünfziger (2.1-2.8) und sechziger dahre (3.1-3.3) in die siebziger Jahre (4.1-4.4). Die Überschriften deuten auf thematische Gemeinsamkeiten der Texte hin. Das literarische Schaffen der ersten Jahre nach dem Krieg láBt sich unter dem...
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0 Einführung Das Kapitel versucht, die Entwicklung der deutschen Literatur nach 1945 nachzuzeichnen. Die Gruppierung der Texte orientiert sich weitgehend an der Chronologie der Veröffentlichung und veranschaulicht somit die Entwicklung der deutschen Literatur nach dem 2. Weltkrieg (1.1 - 1.3) über die fünfziger (2.1-2.8) und sechziger dahre (3.1-3.3) in die siebziger Jahre (4.1-4.4). Die Überschriften deuten auf thematische Gemeinsamkeiten der Texte hin. Das literarische Schaffen der ersten Jahre nach dem Krieg láBt sich unter dem Stichwort Bewaltigung der Vergangenheit" zusammenfassen. Die vorherrschenden Themen sind der Krieg, die Schuld des einzelnen wie der Gemeinschaft, die Frage nach Möglichkeiten eines Neubeginns. Elisabeth Langgásser und Carl Zuckmayer beleuchten in ihren noch in der Kriegszeit entstandenen, aber erst nach 1945 veröffentlichten Werken das moralische und politische Versagen von Menschen, die aus Unwissenheit, Angst oder Opportunismus zu Mitláufern wurden (1.1 - 1.2). Wolfgang Borchert, selbst Kriegsteilnehmer, stellt die Situation des Heimkehrers dar und die Lage, die dieser vorfindet (1.3). Dem moralischen Appell der ersten Stunde folgt die Ernüchterung angesichts der Feststellung, wie schnell alte Verhaltensmuster - Verachtung des Mitmenschen etwa (2.1) und Unterordnung unter den Machtapparat (2.2) - wieder durchbrechen. Die Gedichte 2.3 - 2.8 kennzeichnet ein Gefühl der Ratlosigkeit und Ziellosigkeit. Gemeinsames Merkmal der Literatur der sechziger Jahre ist ihre wachsende Politisierung, ihre Auseinandersetzung mit der konkrétén Wirklichkeit und den etablierten Máchten sowie mit der Problematik des geteilten Deutschlands (3.1-3.4). Aus den vielfaltigen literarischen Tendenzen der spáten sechziger und frühen siebziger Jahre greift dieses Kapitel einen Strang heraus: die Auseinandersetzung mit der Tradition. (Der Dokumentarliteratur, einer besonders hervorstechenden Richtung dieser Jahre, ist das folgende Kapitel 2 gewidmet). Zwar ist Auseinandersetzung mit der Tradition stets ein Element literarischen Schaffens, doch verleiht ihr heute gerade das Zusammentreffen mit der Umbruchsituation der spaten sechziger und der siebziger Jahre, in der geltende Normen allgemein in Frage gestellt wurden und werden, besonderes Gewicht (4.1 -4.4). Die Texte des fünften Abschnitts thematisieren einige Probleme der Literaturgeschichtsschreibung und der Literaturproduktion nach 1945 (vgl. auch Kapitel 12 und 13 im 1. Band und die Kapitel 2 und 10 in diesem Band). Wáhrend die Texte 5.1 und 5.2 in ihrem unterschiedlichen Ansatz die getrennte politische

Termékadatok

Cím: Literatur und Gesellschaft [antikvár]
Szerző: Peter Huchel , Peter Weiss Werner Feudel
Kiadó: Schroedel Schulbuchverlag GmbH
Kötés: Ragasztott papírkötés
ISBN: 3507696525
Méret: 170 mm x 240 mm
Peter Huchel művei
Peter Weiss művei
Werner Feudel művei
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