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VORWORT
Mit Rücksicht auf die bereits in betráchtlicher Anzahl vorliegen-den Übersetzungen Petőfis kann leicht die Frage aufgeworfen werden, ob unter solchen Umstánden das Bedürfnis nach einer Neuübersetzung überhaupt noch vorhanden ist?
Diesbezüglich möchte ich zunáchst darauf hinweisen, dass eine vollstándige Übersetzung Petőfis bisher nicht vorliegt, wie aus der am Schlusse des Vorwortes beigefügten Tabelle leicht zu ersehen ist. Doch ist dies nicht das Hauptargument, das ich anzuführen habé. Zu einer Neuübersetzung hat mich nicht in geringem Masse auch der Umstand veranlasst, dass sich bei den bisherigen Übers,etzern zahl-reiche Übersetzungsfehler eingeschlichen habén, die wohl nur auf die mangelhafte Beherrschung der ungarischen Sprache zurückzuführen sind und die durch ihre Sinnstörung leicht zu einer falschen Beurtei-lung des Dichters führen können.
Zudem muss man sich auch den Umstand vor Augen haltén, dass gerade die Übertragung lyrischer Dichtungen in eine andere Kultur-sprache zu den schwierigsten Aufgaben der übersetzungskunst ge-hört. Denn der Übersetzer befindet sich dem Dichter gegenüber in einer Zwangslage, welche die Freiheit seines Denkens und Handelns wesentlich e-inschránkt. Er darf nicht, wenn es ihm zweckdienlich er-scheint, den Gedankengang nach Belieben abándern oder jenes Vers-inass wáhlen, das ihm im gegebenen Falle weniger Schwierigkeiten macht. Er hat sich vielmehr, will er ein getreues Abbild des Origi-nals geben, diesem nach jeder Richtung hin anzupassen, sowohl be-züglich der Form, wie auch der Gedankenfolge und des Stimmungs-gehaltes. Schon eine etwas schwerfállige, durch das Metrum erzwun-gene Satzbildung, ja schon ein einziges unpassendes Wort kann ge-nügen, um den Hauptreiz des lyrischen Gedichtes, seinen Stimmungs-$Lehalt, zu trüben oder ganz zu verscheuchen. Je mehr aber der übersetzer, um seine Aufgabe zu erleichtern, vom Originale abweicht und Form und Gedanken abándert, um so weniger wird er dem Wortlaute und Geiste der Originaldichtung gerecht zum Nachteile des Dichters.
Von solchen Erwágungen ausgehend, habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, Petőfis Dichtungen sowohl bezüglich des Versbaues, wie der Gedankenfolge getreu wiederzugeben. Denn der fremdsprachige Fachmann oder Kunstfreund kann nur auf diese Weise sich ein Urteil