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Vorspiel im Theater
Das Theater ist bis auf den letzten Platz besetzt, was aber wenig besagt, denn es ist das kleinste der Hauptstadt, mehr Theaterzimmer als -saal. Kein Stück wird gespielt, ein Vortrag wird gehalten, der erste der Reihe »Vergessene Dichter-neu entdeckt«'.
Der Referent müht sich mit den Schlußfloskeln ab. Der zweite Mann auf der Bühne, der einleitende Worte sprach, macht sich bereit. Dank- und Abschiedsworte zu sprechen. Schon löst er den Rücken von der Sessellehne, richtet sich sitzend auf, wendet sein Gesicht vom Referenten ab und dem Publikum zu, lächelt - und erhebt sich, um, schnell und witzig, mit seinen Schlußsätzen dem Beifall zuvorzukommen, der dann heftig losbricht.
Man klatscht lange. Auch die eiligen Zuschauer, die ihre Garderobenmarken schon in der Hand haben, wagen noch nicht zu gehen. Der Referent lächelt einige Sekunden krampfhaft ins Publikum, deutet sitzend eine Verbeugung an und beginnt mit nervösen Bewegungen seine Papiere zu ordnen. Aber der andere, der, dem Referenten zugewandt, mit weitausholenden Armbewegungen mitgeklatscht hat, eilt jetzt zu ihm hin, nimmt mit beiden Händen seinen Arm und zieht ihn nach vorn bis zur Rampe, wo er ihn stehen läßt, um von der Bühnenecke her, immer wieder mit ausgestrecktem Arm auf ihn deutend, sein Klatschen fortzusetzen. Der Referent verbeugt sich einmal, zweimal, sucht dann nach Fluchtmöglichkeiten, wird von dem an-