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H. J. Rieckenberg - Matthias Grünewald [antikvár]

Matthias Grünewald [antikvár]

H. J. Rieckenberg

 
zu DIESEM BUCH "Während der letzten Jahre erschienen einige neue Beiträge zum „Fall Grünewald". Die beiden Aufsätze, die hier in erster Linie genannt werden müssen, wurden von Kunsthistorikern geschrieben, die mehr auf Fakten als auf vorgefaßte Meinungen achteten. Beide wandten ihr Hauptinteresse dem Frühwerk des Malers zu. Kurt Bauch, der dem Frühwerk Grünewalds eine seiner letzten Untersuchungen widmete, äußerte die Vermutung, daß eine Klärung der Fragen um Grünewalds Frühwerk weitere Aufschlüsse über den Maler geben...
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zu DIESEM BUCH "Während der letzten Jahre erschienen einige neue Beiträge zum „Fall Grünewald". Die beiden Aufsätze, die hier in erster Linie genannt werden müssen, wurden von Kunsthistorikern geschrieben, die mehr auf Fakten als auf vorgefaßte Meinungen achteten. Beide wandten ihr Hauptinteresse dem Frühwerk des Malers zu. Kurt Bauch, der dem Frühwerk Grünewalds eine seiner letzten Untersuchungen widmete, äußerte die Vermutung, daß eine Klärung der Fragen um Grünewalds Frühwerk weitere Aufschlüsse über den Maler geben müsse. Hinweise darauf gab einige Jahre vorher ein Aufsatz von Alfred Schädler; auch er beschäftigte sich mit einem Frühwerk, dem Lindenhardter Altar. Niemandem fiel recht auf, daß Bauchs und Schädlers Thesen zu der seit einigen Jahrzehnten als gültig angesehenen These, der Identifizierung Grünewalds mit dem Maler Mathis Nithart-Gothart, in Widerspruch standen, zumindest, daß die neuen Ergebnisse sich nicht ohne weiteres mit den älteren verbinden ließen. So etwa stellte sich der Stand der Forschung auf Seiten der Kunstgeschichte dar, als das bisher vorliegende Material in die Hände eines unbefangenen Historikers geriet. Ihn beschäftigten die Dokumente, die über Grünewald erhalten sind, ihn beschäftigte der Widerspruch zwischen den neueren biographischen Daten und den Angaben von Grünewalds erstem Biographen Joachim von Sandrart. War, so fragte er sich, Sandrart einem Schwätzer aufgesessen, oder war Sandrart ein versierter Fälscher? Hans Jürgen Rieckenherg stellte sich diese Fragen gegenüber den Fakten, die er als Historiker untersuchte. Die Ergebnisse legte er in zwei Aufsätzen vor, die die Kunsthistoriker erregten. Sie erschienen zunächst an entlegener Stelle, nur der Bericht einer Zeitschrift wandte sich an ein breiteres Publikum. Dieses Buch ist das erste, das nicht nur für einen breiten Kreis verständlich die neuen Ergebnisse ausbreitet, sondern es ist darüber hinaus auch ein Versuch, das Werk Grünewalds nach den neuen Fakten neu zu ordnen und in dieser Publikation die historischen Fakten in Zusammenhang mit dem malerischen und zeichnerischen Werk des großen Malers zu stellen. Es will keine definitiven Antworten geben. Der Grünewald-Forschung bleiben Aufgaben, von denen der Autor eine Reihe nennt. Neben der Darstellung von Grünewalds Leben hat Hans Jürgen Rieckenherg den Versuch zu einem Werkverzeichnis unternommen, das die gesicherten oder mit einiger Sicherheit neuerdings Grünewald zugeschriebenen Werke übersichtlich ordnet, die Zeichnungen und Gemälde in Zusammenhänge der Werkgruppen stellt und - soweit wie möglich - eine Rekonstruktion des Gesamtwerkes anstrebt. Autor und Herausgeber ist bewußt, daß dieses Verzeichnis alle Züge eines ersten Versuchs tragen muß. Die neueren Ergebnisse der kunsthistorischen Forschung, vor allem die Ergebnisse des letzten halben Jahrzehnts, lassen sich jedoch in die neuen Erkenntnisse ungleich widerspruchsfreier einbinden als in die älteren Thesen und Hypothesen. Für den Laien mag es auf den ersten Blick von geringerem Interesse sein, wie der Name des größten koloristischen Genies der deutschen Malerei lautet. Eine solche Einstellung läßt jedoch außer acht, daß Grünewalds Genie unverkennbar Züge großer Individualität trägt, ähnlich dem Genie seiner Zeitgenossen Dürer, Altdorfer, Cranach, Holbein (um nur die größten zu nennen). Grünewalds Weg von Frankfurt über Nürnberg zurück nach Frankfurt und Mainz läßt sich verfolgen, wir verstehen, warum er in Not geraten mußte, welche großen persönlichen Ereignisse sein Leben prägten, unter welchen Schicksalen er zu leiden hatte, mit welchen Persönlichkeiten er Kontakt pflegte. Hamburg, im Februar 1976 Heinz Spielmann

Termékadatok

Cím: Matthias Grünewald [antikvár]
Szerző: H. J. Rieckenberg
Kiadó: Pawlak Verlag
Kötés: Varrott keménykötés
Méret: 230 mm x 310 mm
H. J. Rieckenberg művei
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