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Um neun Uhr war das Variété-Theater noch leer. Einige Personen warteten im Orchesterraum und auf den Balkonén auf ihren roten Samtstühlen im Zwielicht des herabgedrehten Gaslusters. Der Vorhang ertrank im Dunkel. Alles war still: kein Laut auf der Bühne, die Rampe im Schatten, die Pulte der Musiker in Unordnung. Nur auf der dritten Galerie, ring-s um die Rottmde, auf der nackte Frauen- und Kinderfignren in einem vom Gaslicht grün verfärbten Himmel schwebten, erklangen Stimmengewirr, Zurufe und Geläditer, tauchten unter den mit Goldleisten umrahmten Bogen die Köpfe des Galeriepublikums auf.
Sehr geschäftig, die Hände voll Kartencoupons, sdhob die Billeteuse einen Herrn und eine Dame vor sich her; der Herr im schwarzen Rock, die Dame, schmächtig und bucklig, ließ langszun ihre Blicke durch den Saal sdiweifen.
Zwei junge Leute erschienen im Orchesterraum. Sie blieben stehen und sdiauten umher.
Eine Billeteuse ging vorüber.
„Ach, Herr Faudiery", sagte sie vertraulich, „es wird kaum vor einer halben Stunde begirmen."
„Warum kündet man dann den Anfang für neun Uhr an?" brummte Hektor mit verdrießlicher Miene. „Glarisse, die in dem Stücke beschäftigt ist, versicherte mir erst heute morgens wieder, daß punkt acht Uhr begonnen wird."
Sie schwiegen eine Weile, das Dunkel der Logen durdi-forschend. Aber durch die grünen Tapeten wurden die Logen noch finsterer und im Hintergrund, unterhalb der Galerie, verschwanden die Abteile vollständig.