kategória
szerző
cím
sorozat
kiadó
ISBN
évszám
ár
-
leírás
Előrendelhető
A mezők bármelyike illeszkedjen
A mezők mind illeszkedjen

 
Dieter Hildebrandt Der „Nathan" und die Deutschen Am Zustand unserer Gesellschaft ist nichts von einem „Nathan" zu erkennen, an der Oberfläche so wenig wie in ihrem Innenleben, das meist durch bloße Zugeknöpftheit zusammengehalten wird. Und wie sollte denn die Rede sein von einem Werk, das sich gar nicht findet bei der Autopsie einer Nation? Soll man uns Deutschen nachsagen dürfen, es hätte dieses „dramatische Gedicht" gegeben und wir hätten dennoch eine solche Geschichte gemacht? Soll man uns, die wir doch so viel mitgemacht...
online ár: Webáruházunkban a termékek mellett feltüntetett fekete színű online ár csak internetes megrendelés esetén érvényes.
1140 Ft
Szállítás: 3-7 munkanap
Részletesen erről a termékről
Bővebb ismertető
Dieter Hildebrandt Der „Nathan" und die Deutschen Am Zustand unserer Gesellschaft ist nichts von einem „Nathan" zu erkennen, an der Oberfläche so wenig wie in ihrem Innenleben, das meist durch bloße Zugeknöpftheit zusammengehalten wird. Und wie sollte denn die Rede sein von einem Werk, das sich gar nicht findet bei der Autopsie einer Nation? Soll man uns Deutschen nachsagen dürfen, es hätte dieses „dramatische Gedicht" gegeben und wir hätten dennoch eine solche Geschichte gemacht? Soll man uns, die wir doch so viel mitgemacht haben und eben dadurch so viel „mitgemacht", nun auch noch mit dem Fingerzeig kommen, wir hätten es alles besser wissen können, fast so früh wie die freiheitlichen Amerikaner, zehn Jahre früher als die republikanischen Franzosen? Wir sollten blamiert werden dürfen vor unserer eigenen Gegenwart mit dem Hinweis, daß wir seit zweihundert Jahren so etwas wie die erste deutsche Verfassung hätten, einen allgemeinen Vorschlag zur Güte, einen märchenhaften Gesellschaftsentwurf, dazu noch das gewitzte ökonomische Modell einer „Verknüpfung von Geld und Weisheit" (Gö-bel)? Auf Deutsch wäre, vor zwei Jahrhunderten, eine Anleitung zum argumentierenden Umgang miteinander erschienen, eine Schutzschrift des Inhalts, daß Juden gesellschaftsfähig und Christen christlich, Leute leutselig, Reiche uneigennützig und Mächtige gute Verlierer sind oder doch werden können? Und wir hätten nichts davon begriffen? Was sollte denn wohl eher möglich sein: daß ein Buch ein Land widerlegt oder das Land ein Buch? Also kein „Nathan"? Im Gegenteil! Das Land hat den „Nathan" doch geradezu in seine Seele aufgenommen, hat das Stück als Abendunterhaltung in Besitz genommen und zum Bühnenweih-festspiel erhoben und alle Skepsis beiseite- bewundert, mit der Lessing der Zukunft des Werkes entgegensah: „Es kann wohl sein, daß mein Nathan im Ganzen wenig Wirkung tun würde, wenn er auf das Theater käme, welches wohl nie geschehen wird " Das Publikum ist äußerst begierig auf eine theatralische Festivität, die einem alles gibt: Erbauung und Witz, Rührung und Weisheit, Humor und eine herrliche, versfedernde Sprache, Leichtigkeit und höchsten Ernst, Familienszenen und politische Verwicklung, neue Liebe und alte Verwandtschaften, Geschäftstüchtigkeit und ironische Güte. Da hat man einen Theaterabend, in den man heiter hineingeht und der einen animiert entläßt, halb Lehrstück, halb Märchenkomödie, und allenfalls bleibt zu wünschen übrig, daß Mozart eine Musik dafür geschrieben hätte. — Und der Nathan selbst, Nathan der Weise: welch eine Rolle für jene Schauspieler, die man Darsteller nennt, besser noch Menschendarsteller; für die Großen der Bühne. Denn der Nathan hat ja seine große Stelle, beinah eine Arie, eine Baritonpartie der Vernunft, und „angenehme und rührende Schauer laufen dem schulgebildeten deutschen Bürger den Rücken entlang" (Göbel), wenn die nun einsetzt, diese Argumenta-tionskantilene von den drei Ringen, die die drei großen Religionen der Erde symbolisieren: Vor grauen Jahren lebt' ein Mann in Osten, Der einen Ring von unschätzbarem Wert' Aus lieber Hand besaß. Der Stein war ein Opal, der hundert schöne Farben spielte, Und hatte die geheime Kraft, vor Gott Und Menschen angenehm zu machen, wer In dieser Zuversicht ihn trug . . . Wahrlich, das kennt man so gut wie auswendig, geradezu „by heart", das ist nationales Kulturgut, unzerstörbar, unverlierbar, das gehört zum geistigen Bestand.

Termékadatok

Cím: Nathan der Weise [antikvár]
Szerző: Arno Schmidt , Dieter Hildebrandt , E. M. Cioran , Franz Mehring Jean Paul
Kiadó: Vereinigte Bühnen
Kötés: Tűzött kötés
Méret: 150 mm x 210 mm
Arno Schmidt művei
Dieter Hildebrandt művei
E. M. Cioran művei
Franz Mehring művei
Bolti készlet  
Vélemény:
Minden jog fenntartva © 1999-2019 Líra Könyv Zrt.
A weblapon található információk közzétételéhez, másolásához a működtetők írásbeli beleegyezése szükséges.
Powered by ERBA 96. Minden jog fenntartva.
mobil nézet