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NIEDERLÄNDISCHE MALEREI
N-iederländische Malerei des 1 V.Jahrhunderts-das ist eine schillernde Vielfalt, ein ganzer Kosmos von Malern und Bildideen, der sich auf dem knappen Raum einer Einleitung in dieses »Goldene Jahrhundert« nur schwerlich sinnvoll darstellen läßt. Deshalb erscheint es legitim, sich hier auf drei große, unverwechselbare Meister zu beschränken, die drei wesentliche und vorbildhafte Ausprägungen holländischer Malkunst zu ihrem höchsten Gipfel führten. Frans HALS, VERMEER und REM-BR.ANDT, die so manche Züge ihres Schicksals miteinander gemein hatten, sind in ihrem Schaffen jedoch nicht nur exemplarische Fixsterne niederländischer Kunst geworden, sondern zugleich ein bewundernswürdiges Dreigestirn der abendländischen Male-
Der große niederländische Porträtist Frans HALS (1580/85-1666) war flämisch-protestantischer Herkunft. Er wurde wahrscheinlich in Antwerpen geboren, lebte aber seit 1585 in Holland. Uber sein Leben ist wenig bekannt. Nur so viel ist gewiß, daß er als Maler ein angesehener Bürger von Haarlem wurde, wo man ihn im Jahre 1610 in die Malergilde St. Lukas aufnahm, in deren Vorstand er 1644 gewählt wurde. Obwohl er sich über einen Mangel an öffentlichen und privaten Aufträgen nicht hatte beklagen können, geriet er als alter Mann in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Selbst für die täglichen Dinge des Lebens mußte er Schulden machen. Erst zwei Jahre vor seinem Tod bewilligte ihm der Rat der Stadt Haarlem eine Pension, die wohl nicht nur als Almosen, sondern auch als Ausdruck der Wertschätzung angesehen werden muß, die Frans Hals genoß.
Seine künstlerische Ausbildung soll Hals bei dem manieristischen, an der italienischen Malerei orientierten Maler und Kunstschriftsteller Carel van MANDER erhalten haben, aber, da sein Jugendwerk kaum bekannt ist, ist auch dies nicht mit Sicherheit zu sagen. Immerhin, das vermutlich von Hals stammende, frühe Gastmahl im Freien (Berlin, im Zweiten Weltkrieg zerstört) stellt eine Bauernhochzeit dar, die noch ganz in der Tradition BREUGHELS und auch van Manders steht. Mit seinen späteren, in raschen Pinselstrichen hingeworfenen Werken - gut 250 bekannt gewordene Porträts, darunter neun Gruppenbildnisse - hat dieses nur wenig zu tun.
Hals' erster großer Auftrag ist das Gruppenbild der Georgsschützen von 1616, das Festmahl der Offiziere von den St. Jorisdoelen (Frans Hals-Museum, Haarlem). Es zeigt das traditionelle Abschiedsbankett der Bürgerwehroffiziere, die zwischen 1612 und 1615 gedient hatten. Zwar war die Komposition eines solchen Auftragsbildes an überlieferte Re-