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i.Januar. Gestern feierten Lew Nikolajewitsch, Andijuscha, Mischa, Mitja Djakow, die beiden Danilewski-Jungen und ich Silvester. Dani-lewskaja war plötzlich erkrankt, und so mußten die Jungen zu uns kommen, anstatt zu Hause zu feiern. Der Abend war sehr nett, voller Eintracht, friedlich und schön. Wir tranken Don-Sekt, Lew Nikolajewitsch Tee mit Mandelmilch.
Heute morgen habe ich Klavier gespielt und auf Mischa aufgepaßt, damit er lernte. Dann fuhr ich zur alten Tante Vera Alexandrowna Schidlowskaja, plauderte mit ihr und meinen Kusinen; war außerdem noch bei den Istomins. Aß mit Lew Nikolajewitsch allein zu Mittag. Sein Befinden macht ihm immer noch zu schaffen, er hat wenig gegessen, bloß Pilzsuppe mit Reis und Grießbrei mit Mandelmilch, und Kaffee getrunken. Er ist schlapp und unleidig, denn er ist es nicht gewohnt, krank und schwach zu sein. Wie werden ihm Schwäche und Kräfteverfall künftig noch zusetzen! Und wie verlangt es ihn noch nach Leben und Tatkraft! Aber er wird bald siebzig, diesen August schon, also in einem halben Jahr. Ständig sitzt er allein oben in seinem Arbeitskabinett, liest und schreibt ab und zu Briefe; heute besuchte er den kranken Russanow, der ihn vergöttert. Auf dem Sofa in seinem Kabinett liegt der schwarze Pudel, den Gräfin Subowa unlängst Tanja schenkte. Diesen Pudel nahm er auf seinen Gang mit.
Morgen kommt unsere Mascha angereist, um den Arzt zu konsultieren. Tanja und Sascha sind immer noch auf dem Land; morgen treffen sie wahrscheinlich bei Ljowa und Dora in Jasnaja Poljana ein. Möchte auch nach Jasnaja Poljana fahren. Wie sehr ich diesen Ort liebe, wieviel Schönes ich dort erlebt habe!
3. Januar. Gestern morgen trafen Stassow, der Bildhauer Ginzburg, ein junger Künstler und Werestschagin (der schlechte Schriftsteller) bei uns ein. Stassow machte es sich zunutze, daß er schon vierundsiebzig ist, küßte mich stürmisch und sagte: »Wie rosig und schlank Sie sind!« Ich wurde verlegen und wußte nicht, wie ich mich ihm entziehen sollte. Wir gingen nach oben in den Salon und unterhielten uns über Lew Nikolaje-witschs Aufsatz »Über die Kunst«. Stassow sagte, L. N. habe alles auf
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