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Was ich der deutschen Kultur verdanke Indem ich meine Feder eintauche, um meine Schuld an die deutsche Kultur zu bekennen, erinnere ich mich, dafi in England einige meiner ungeduldigsten öffentlichen Áufierungen in der Verleugnung ebendieser Schuld bestanden. Besonders in meiner Vorrede zu Major Barbara mufite ich meine Verzweiflung über das Gerede ausdrükken, ich sei ein Papagei und Nachschwátzer von Schopenhauer und Nietzsche, womit die Theaterkritiker Londons jede Stelle in meinen Stücken begleiteten, die ihnen einen intellektuellen Eindruck machten. Ich erbrachte ihnen einen heftigen Gegenbeweis, nicht wegen ihrer erschreckenden Unkenntnis der englischen Literatur (niemand in England erwartet von einem Theaterkritiker Vertrautheit mit der Literatur; tatsáchlich berechtigt das Gehalt, das sie ihm zahlen, seine Auftraggeber selten, dergleichen zu verlangen), sondern wegen des Mangels an nationaler Selbstachtung, der sie zu der Annahme führt, Intellekt sei kein natürliches Produkt des englischen Klimas und müsse deshalb aus der Fremde eingeführt werden. Ich hob hervor, dafi sie nicht leugnen könnten - selbst wenn sie im Intellekt mit Recht etwas Unerquickliches und Unliebenswürdiges fánden - dafi viele englische Autoren sich des Intellekts schuldig gemacht hátten und es jedem wohlunterrichteten Studenten klar wáre, dafi ich die Themen dieser Autoren ebensogut geerbt und, ehe ich sie an die náchste Generation weiterreiche, zu beleuchten getrachtet habé, wie die der deutschen und skandinavischen Autoren. Trotzdem ist meine Kultur in ausgedehntem Mafie eine deutsche Kultur. Es ist allerdings wahr, dafi ich die deutsche literarische Kultur ungenügend kenne. In der Tat, wenn die Deutschen nicht Goethe und Schiller hervorgebracht hátten, würde ich - ich scháme mich, es sagen zu müssen - nicbts gelesen habén aufier den Werken von ei-