Bővebb ismertető
ALLE WEGE FÜHREN NACH BUDAPEST
Ungarn ist ein „großes kleines Land". Der Ausspruch stammt von dem englischen Dichter Robert Graves. Klein ist das Land, well es kaum mehr als zehn Millionen Einwohner hat, und groß, weil es der Welt zahllose Große der Kunst und Wissenschaft geschenkt hat, man denke an Franz Liszt und Béla Bartók, an die Dichter Petőfi und Attila József, an den Mathematiker János Bolyai, an den Mediziner Ignaz Semmelwels, den die Geschichte unter dem Beinamen „Retter der Mütter" kennt. Klein ist das Land, dessen Gebiet im ganzen 93.000 km^ umfaßt, nur etwas größer als Österreich. Auf dieser bescheidenen Fläche finden sich indes Landschaften von so unterschiedlichem Charakter, Städte von so markanter Prägung, so viele schöne und wertvolle Schöpfungen einer jahrtausendalten Kultur und eine vielleicht noch ältere Gastronomie und Gastfreundschaft, daß dem Fremden die Zeit meistens sehr kurz wird.
Aus welcher Himmelsrichtung Immer sich jemand Ungarn nähert, früher oder später führt Ihn sein Weg nach Budapest. Bertrand de la Broc-quiére kam 1433, aus Byzanz zurückkehrend, von
Südost, und als habe ihn ein Magnet angezogen, ritt er direkt von Belgrad nach Buda. Und was hatte er untenwegs gesehen? Unendliche Fluren, auf denen Rinderherden weideten und Pferdeherden jagten. György Thurzó, früher Bürgermeister von Krakau, später Gutsherr von einem großen Teil Nordungarns (nebenbei ein großer Freund und Förderer der ungarischen Küche und des Tokajer Weins) kam von Norden. Er fand ein Land von Bergen und Talern und eine Anzahl Grubenstädte. Jakob Tollius, der Holländer, der 1660 Buda und Pest besuchte, als dort die Türken herrschten, beschrieb die Moscheen und Minarette und die hügelige anmutige Landschaft, durch die er gekommen war. In Buda sah er noch vieles vom gotischen Palast König Sigismunds, In Visegrád vom Marmorschloß Matthias Corvl-nus'. (Von all dem sind uns nur noch mühsam ausgegrabene Reste geblieben). Vieles hat sich geändert. Der erste Eindruck von Ungarn hängt auch heute davon ab, aus welcher Himmelsrichtung kommend der Fremde die Grenze überschreitet, um den Weg nach dem Herzen des Landes, der Hauptstadt, zu nehmen.