Bővebb ismertető
Einleitung
Das Buch informiert fachübergreifend über den Begriff der Zeit. Die Darstellungsweise ist historisch und systematisch. Es geht aber nicht nur um eine enzyklopädische Zusammenstellung von Ergebnissen, wie der Zeitbegriff in einzelnen naturwissenschaftlichen Disziplinen verwendet wurde und wird. Die moderne Grundlagendiskussion hat vielmehr gezeigt, daß ein einseitiger Reduktionismus des Zeitbegriffs z.B. auf die Physik, wie er z.B. von Einstein gegenüber Bergson beansprucht wurde, ebenso unangemessen ist wie die Behauptung, daß der Zeitbegriff der Naturwissenschaften nichts mit der Zeit in Geistes- und Kulturwissenschaften zu tun habe. Es zeichnet sich vielmehr ein komplexes Netzwerk von Zeitrhythmen ab, in dem sich physikalische, biologische, psychologische und soziale Prozesse überlagern und beeinflussen. Zeit ist daher nach unserem heutigen Wissen ein fachübergreifender Begriff par excellence, für dessen adäquate Behandlung sich sowohl ein natur- als auch kulturwissenschaftlicher Reduktionismus verbietet. Natur- und Kulturwissenschaften sind vielmehr komplementär aufeinander verwiesen. Diese neue Perspektive gibt diesem Buch sein besonderes Profil.
Im 1. Kapitel wird die ,Zeit im antiken und mittelalterlichen Weltbild' behandelt. Nach der Evolution eines Zeitbewußtseins bei den Hominiden und ersten Zeitortientierungen früher Jäger- und Bauernkulturen erfolgen erste astronomische Zeitbestimmungen in den alten Hochkulturen und Stadtstaaten. Vorsokratische Naturphilosophen wie Parmenides und Hera-klit formulieren erstmals Grundfragen, die bis heute die Zeitdiskussion beeinflussen. Ist die Welt, wie Heraklit glaubt, in ständigem Werden begriffen und Zeit ein irreversibler Ablauf wie der Strom eines Flusses, oder ist jede Veränderung, wie Parmenides glaubt, nur scheinbar und Zeit ein reversibler Parameter einer an sich unveränderlichen Welt? Daran schließen sich Zenons berühmtes Paradoxon vom Zeitpfeil und die aristotelische Kontinuumstheorie an, die bis in die Neuzeit die