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EINLEITUNG
Die Zeitlage Grundlagen
Wenn es eine Zeit gegeben hat, die sich der Sachlichkeit hätte rühmen können, so war es die der Kirchenväter; und eben daß sie es nicht getan, das gerade steht am ehesten für sie ein. Und gerade weil die Männer dieses Zeitabschnittes — es ist hier vor allem an das vierte Jahrhundert gedacht — mit völliger Selbstvergessenheit ihrer Aufgabe sich hingegeben haben, deswegen wird es verständlich, mit wieviel Leidenschaft und Verbissenheit, mit wieviel Opfersinn und Geistesgröße sie für ihre Aufgaben sich eingesetzt haben.
Wir besitzen keine Bildnisköpfe von ihnen, keine Lebensdarstellung, die den genauen Anforderungen einer anspruchsvollen Geschichtschreibung und den Wünschen eines teilnehmenden Menschen und Gläubigen genügte; noch weniger einen Aufriß der geistigen Strömungen, die widereinanderwogten und sich gegenseitig fortzureißen strebten. Alles das muß aus den Schriften der damaligen Zeiten erhoben werden, die erheblich zahlreicher und zuverlässiger sind als etwa die des dritten Jahrhunderts.
Und nur deswegen ist Hilarius zu Bedeutung gelangt, weil er in die Kämpfe seiner Zeit hineingezogen wurde und in ihnen seinen Geist und Glauben bewähren konnte. Das veranlaßt, einen Blick auf die Glaubenskämpfe der damaligen Zeit zu tun,
Glaubens-kämpfe? Glaubens-kämpfe: nein. Glau-bens-kämpfe: ja. Denn es würde Unrecht sein, von vornherein jeden Irrlehrer^ schlechten Willens zu zeihen, trotz der wenig liebreichen Worte, mit denen sich die
^ Häretiker, Zum Wort; Ignatius von Antiochien, Brief an die Trallianer 6, 1, Vgl, 1 Kor, 11, 19; Gal. 5, 20.