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Die alte Kunst des WürzensDie Kunst, Speisen durch Würzen zu verbessern, ist so alt wie die Geschichte der Kochkunst, wie viele der frühesten Rezeptüber-lieferungen bezeugen. Aus altägyptischen Gräberfunden weiß ^ man, daß bereits vor mehr als 4000 Jahren Koriander, Knob- ' lauch, Minze, Safran, Senf und Zimt bekannt waren. Auch auf der ' Insel Kreta wurde schon in der Zeit der minoischen Kultur mit Koriander und Kresse, Minze und Salbei gehandelt und Sellerie angebaut. Im alten Rom, so wird berichtet, war der Kaufpreis eines Sklaven ein Sack Pfeffer, und wer weiß, ob Kolumbus je Amerika entdeckt haben würde, wenn er nicht das Land gesucht hätte, >wo der Pfeffer wächst<.Viele der heute bei uns heimischen Küchenkräuter stammen ursprünglich aus Südasien und den Mittelmeerländern. Mönche und Kreuzritter waren es, die Pflanzen und Samen über die Alpen brachten und die schmackhaften Kräuter in Kloster- und Burggärten züchteten. Immer mehr breitete sich die Kunde von Kräutern und Gewürzen aus und erreichte zur Zeit der Renaissance, die einen Höhepunkt der Küchenkultur darstellt, ihren Gipfel. Die Versachlichung und Schematisierung vieler Bereiche unseres 1 heutigen Lebens machte auch vor der Küchentür nicht halt und ließ das Wissen um die edle Kunst des Würzens weitgehend in Vergessenheit geraten. Aber es sind auch Anzeichen vorhanden, daß gerade unsere Generation das Vergnügen des geschmackvollen Würzens erneut entdeckt und sich dabei der drei Möghch- I keiten ihrer Nutzung bedient: der frischen, getrockneten oder gefrorenen Kräuter.Durch die vielseitige Verwendung der Küchenkräuter hat das Kochen nicht nur die Funktion einer bloßen Zubereitung von Nahrungsmitteln. Kräuter können der Küchenarbeit etwas Spielerisches, beinahe Schöpferisches geben. Hier kann man ausprobieren und erfinden, Mut beweisen zum Experiment, dem Auge